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Ist die Bundesbank ernst zu nehmen?

5. Mai 2017 von in Allgemein | Keine Kommentare

In ihrer jüngsten Stellungnahme zum Vollgeld bzw. 100-Prozent-Geld nicht. Warum, schreibe ich in meiner Antwort an Klaus Karwat von der Monetative, der mir die Reaktion der Monetative auf die Bundesbank geschickt hat.

Die Monetative selbst findet den Bundesbank-Kommentar natürlich auch nicht gut. Kein Wunder, denn die Buba wiederum findet das nicht gut, was die Monetative anstrebt. In diesem Fall gebe ich aber der Monetative recht, denn die Bundesbank-Argumentation ist sehr dürftig.

Ob das Vollgeld die Probleme unseres Geldsystem beheben würde, bezweifle ich zwar auch. Aber so leicht wie die Bundesbank sollte man es sich nicht machen. Gerade von einer Institution mit einem Heer an schlauen Geldexperten hätte ich mehr erwartet.

Aber der Reihe nach:

Hier geht’s zum Bundesbank-Kommentar.

Hier die Antwort der Monetative:

Lieber Herr Brichta,

anbei unsere Stellungnahme zum Monatsbericht 4/2017 der Bundesbank, der sich interessanterweise mit dem Thema Banken-Geldschöpfung befasst.

Viele Grüße
Klaus Karwat

Presseerklärung zum Monatsbericht der Bundesbank April 2017

Und hier meine Antwort:

Hallo Herr Karwat,

die Buba-Stellungnahme kommt mir wie eine Nebelkerze vor.

1. Fristentransformation
Selbstverständlich würde diese eingeschränkt, aber genau dies ist ja eines der Ziele des Vollgelds. Schließlich sind durch übermäßige Fristentransformation zahlreiche Probleme entstanden – z. B. die HRE-Pleite. Es müsste nun abgewogen werden, ob die volkswirtschaftlichen Nachteile einer Einschränkung die volkswirtschaftlichen Vorteile überwiegen würden – oder umgekehrt. Genau darum drückt sich die Buba, sondern sie verweist nur platt darauf, dass die Fristentransformation „volkswirtschaftlich wichtig“ sei.

2. Ausweichreaktionen
Ein weiteres zentrales „Argument“ der Buba haben Sie gar nicht erwähnt: So besteht laut Buba die Gefahr, dass es zu Ausweichreaktionen kommt. Wenn einem als Gegenargument für eine Maßnahme nur einfällt, dass der Maßnahme ausgewichen werden könnte, zeugt das nicht gerade von großem Einfallsreichtum. Denn schließlich ruft jede Maßnahme Ausweichreaktionen hervor.

Und wenn man – wie die Buba – die Maßnahme selbst nicht gut findet, wäre das allenfalls ein Gegenargument zur eigenen Argumentation. Aber einer solchen Dialektik ist die Buba vermutlich nicht gewachsen 😉

Herzlicher Gruß
Raimund Brichta

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