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Eigenkapital aus dem Nichts!

26. Januar 2016 von in Allgemein | 16 Kommentare

Dass Banken Geld aus dem Nichts machen können, ist vielen Leuten inzwischen bekannt. Dass es auch mit Eigenkapital funktioniert, dürfte den meisten aber neu sein. Die Credit Suisse hat es vorgemacht.

Seit der Finanzkrise haben sich die Banken dickere Eigenkapitalpolster zulegen müssen. Zuweilen griffen sie dabei aber tief in die Trickkiste und ließen sich offenbar auch von Baron von Münchhausen inspirieren. Dieser behauptete bekanntlich, er könne sich selbst samt Pferd am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen.

Dem Lügenbaron nahm das keiner ab. Den Banken nähme man es schon eher ab, aber sie behaupten es nicht, sondern sie machen es einfach. Denn wer es wirklich drauf hat, braucht damit nicht zu prahlen.

Wie es theoretisch funktioniert, können sich die Leser unseres Buches bestimmt vorstellen. Dazu muss man sich nur unsere Bilanz-Beispiele ins Gedächtnis rufen. Und jetzt hat Professor Richard Werner in einem Fachartikel beschrieben, wie es die Credit Suisse in der Finanzkrise gemacht hat. Sie hat für sich selbst Eigenkapital geschaffen – aus dem Nichts.

Funktioniert hat das so: Die Credit Suisse vergab einen Kredit an arabische Investoren von umgerechnet rund 9 Milliarden Euro. Dafür musste sie nur zwei Buchungen in ihrer Bilanz vornehmen: Den Betrag als „Forderung“ auf der Aktivseite einstellen und eine gleich hohe „Kundeneinlage“ auf der Passivseite schaffen. Fertig.

Die Bank konnte sicher sein, dass die Investoren das Geld nicht abrufen werden. Denn die Araber verpflichteten sich, dafür neu geschaffene Vorzugsaktien der Credit Suisse zu erwerben. Hierfür war bloß eine weitere Buchung nötig, im Fachjargon „Passivtausch“ genannt: Die Kundeneinlage wurde umgebucht in die Position „Eigenkapital“. Der Deal war perfekt.

Dass dies möglich ist, können unsere Leser leicht nachvollziehen. Überrascht hat mich aber ehrlich gesagt, dass es die Aufsichtsbehörden zuließen. Zumal die Credit Suisse kein Einzelfall zu sein scheint. Werner zitiert einen Bankanalysten mit den Worten, dass solche Tricks in der Finanzkrise „ziemlich gängige Praxis“ waren.

Die wesentlichen Auszüge aus Professor Werners Aufsatz habe ich für Sie hier zusammengestellt (Quelle: Werner, R.A., A lost century in economics: Three theories of banking and the conclusive evidence, International Review of Financial Analysis (2015), S. 14 f):

„Unwilling to accept public money to shore up its failing capital, as several other major UK and Swiss banks had done, Credit Suisse arranged in October 2008 for Gulf investors (mainly from Qatar) to purchase in total over £7 billion worth of its newly issued preference shares, thus raising the amount of its capital and thereby avoiding bankruptcy.“
…..

„The Gulf investors did not need to take the trouble of making liquid assets available for this investment, as Credit Suisse generously offered to lend the money to the Gulf investors.“

……

„Since it is now an established fact that banks newly invent the money that is‘loaned‘ by creating it out of nothing, the loan to the Gulf investor created (in step 1) a simultaneous asset and liability on the bank’s bal-ance sheet, whereby the customer’s borrowed money appears as the fic-titious customer deposit on the liability side, of £7bn. Considering the same change in step 2, but now after the liability swap, we see that the newly issued preference shares boost equity capital: They are paid for with this fictitious customer deposit, simply by swapping the £7bn from item ‘customer deposit‘ to item ‘capital‘. Credit Suisse is then able to report a significant rise in its equity capital, and hence in its capital/ asset ratio. Where did the additional £7bn in capital come from? Credit Suisse had lent it to the investor, using its own preference shares as collat-eral, and hence had invented its own capital. The risk to the borrower was also limited if the Credit Suisse shares, not other assets, served as collateral.“

….

„According to analysts at Italian bank Mediobanca, such bank loans to new bank share investors were a „fairly common practice… during the crisis“, whereby Credit Suisse may have been unusual in disclosing this and obtaining regulatory approval. Either way, banks in this way created their own capital out of nothing, thus making nonsense of cap-ital adequacy regulations.“

Den vollständigen Aufsatz von Prof. Werner finden Sie hier.

16 Kommentare

  1. Hallo
    Wie kann sich die Credit Suisse damit „aus dem Sumpf ziehen”, da sie sich damit kein zusätzliches haftendes Kerneigenkapital (Basel III) geschaffen hat?
    Die langfristige Forderung steht ja immer noch auf der Aktiva-Seite.
    Gruß

    • Ganz einfach: Sie hat damit zusätzliches haftendes EK in dem Maße geschaffen, in dem sie die neue Forderung nicht mit EK hinterlegen muss. Selbst eine als “Schrott” geratete Forderung von unter BB- braucht sie nur mit 12 % EK zu unterlegen. Sofern es Sicherheiten gibt, sind die Sätze geringer. Und in diesem Fall gab es Sicherheiten, nämlich die eigenen neu ausgegebenen Vorzugsaktien.

      Soll heißen: Mindestens 90 % des neuen Eigenkapitals steht zur Unterlegung anderer Risiken zu Verfügung. Nicht schlecht, oder?

  2. Das ist technisch möglich, genauso wie z, B eine GmbH Geschäftsanteile aufstockt, aber de facto nicht einzahlt, also ausstehende, noch nicht eingezahlte Geschaftsanteile. Doch bei Banken dürfte es nicht so einfach sein, da durch die Umwandlung der Einlage in Eigenkapital der Kredit zu einem Organkredit wird, der nun Zustimmungen, Meldungen nach sich zieht. In der EU würde der Kredit von der Aufsicht beanstandet und Abdeckung verlangt werden. Weiters würde der Kredtinehmer im Falle einer Bankinsolvenz zur Kreditrückzahlung verpflichtet, musste seine Ölquelle in Arabien verkaufen, wogegen die Bankaktien wertlos sind. Selbst wenn es bankwesengesetzkonform (Organkredit) wäre, ist das volle Risiko beim scheinbar potenten Kreditnehmer, also noch nicht gsnz Münchhausen.
    Thomas Fuchs, langj. Bankvorstand, Analyst und Geldforscher

    • Im Unterschied zu Ihrem GmbH-Beispiel (das es für AGs im Übrigen auch gibt) wurden die Geschäftsanteile hier vollständig eingezahlt. Der Vorgang ist m. E. also nicht vergleichbar.

      Und was das weitere Procedere im Falle einer Insolvenz der CS angeht: Eine solche Insolvenz entspräche dem Versinken des Barons im Sumpf. Wenn aber der Baron im Dumpf versänke, hätte er sich nicht an den eigenen Haaren herausziehen können. Dann wäre das ganze Unternehmen gescheitert. Das ist logisch. Gerade dieser Fall soll mit der Aktion aber verhindert werden. Warum sprechen Sie also von „noch nicht ganz Münchhausen“?

  3. Wieso mußten dann Banken gerettet werden? Kannten diese das Spielchen nicht?
    Bitte um Antwort, denn das beschäftigt mich schon lange und werde ich immer gefragt, wenn ich vom Fiat-Money der Banken erzähle.

    • Die Banken „mussten“ gerettet werden, um einen Systemzusammenbruch zu verhindern bzw. aufzuschieben.

      Nach meiner Analyse lässt sich dieser Zusammenbruch nur aufschieben und nicht verhindern. Aber die Konsequenz ist die gleiche: Da kein Politiker für den Zusammenbruch verantwortlich gemacht werden will, wird jeder in der nächsten Krise wieder genauso handeln. So ist das „muss“ zu verstehen, auch wenn ich es in diesem Artikel gar nicht verwendet habe. Der Begriff beschreibt die Zwangsläufigkeit des Handelns der im Amt befindlichen Politiker.

  4. Neee, so viel blühenden Blödsinn habe ich noch nicht oft gelesen. Ich bin sprachlos.

    Tja, Herr Brichta, mir scheint, Sie haben nicht verstanden, worum es es bei der aktuellen Wirtschaftskrise geht. Nein, es waren nicht die bösen Banken. Vereinzelte Buchungstricks ändern nichts an der Lage.
    Aber Hauptsache, man hat wie viele andere auf die Banken eingedroschen.

    Herr Brichta, es wäre der Sache dienlich, wenn Sie erst einmal etwas über die volkswirtschaftlichen Zusammenhänge lernen würden. Aber danach würden Sie sich Ihrer obigen Ergüsse schämen …

    • Sie wissen nicht, was Sie schreiben. Sie hätten besser erstmal das Buch gelesen, auf dessen Seite Sie sich hier befinden, bevor Sie in die Tasten hauen. Dann wüssten Sie, dass ich mich sehr dedailliert mit den Ursachen der Finanzkrise auseinandergesetzt habe. Die Banken standen dabei im Mittelpunkt, waren aber nicht die alleinigen bösen Buben. Das habe ich mit keinem Wort behauptet. Hier habe ich lediglich – mit Hilfe von Prof. Werner – auf einen interessanten Buchungstrick hingewiesen.

      Jemand, der so uninformiert ist über die Hintergründe dieser Webseite wie Sie, sollte sich erstmal informieren oder für immer schweigen.

  5. Zuerst entschuldige mich, daß ich den Inhalt zweier Internetseiten aus Unachtsamkeit zusammengemixt habe. Neben dem Fernsehen habe ich auf meinem Smartphone die Artikel Stück für Stück gelesen. Der andere Beitrag stammte von einem Kreditopferverein, der ungeniert um Unterstützung für ihr Anliegen (Kredite loswerden) warb. Da habe ich mich sehr geärgert. Dann noch zuletzt der Streßtest (war eher ein Streicheltest) der europäischen Banken, nach dem die Banken gut aufgestellt seien.
    Doch leider vermischte ich die beiden Artikel. So etwas ist mir noch nicht passiert. Ich schäme mich.
    Am liebsten wäre es mir gewesen, wenn mein Kommentar wieder gelöscht worden wäre. Dem ist leider nicht so. Deshalb nun folgend mein Beitrag:

  6. Ihr Buch, Herr Brichta, habe ich nicht gelesen. Für einen groben Überblick habe ich mir auf Amazon den hilfreichsten Kommentar durchgelesen.

    Die Höhe der Staatsschulden eines Landes ist in den meisten Fällen schlichtweg egal. Ein bestes Beispiel ist Japan. Bekanntermaßen sind die Staatsschulden dort immens hoch (https://en.wikipedia.org/wiki/Government_debt ). Ein großer Teil des Staatshaushaltes wird über neue Schulden finanziert. Das jüngst beschlossene Konjunkturpaket wird ebenfalls zusätzlich über neue Staatsschulden finanziert. Dafür kauft die japanische Zentralbank noch mehr Wertpapiere auf. Es wird auch überlegt, daß die Notenbank dem japanischen Staat einen Teil der aufgekauften Staatsschulden erläßt.
    Trotzdem liegen die Zinsen für Staatsanleihen bis über 10 Jahre Laufzeit im negativen Bereich (http://de.investing.com/rates-bonds/japan-government-bonds ). Andererseits waren die Zinsen auf spanische und irische Staatsanleihen bereit gestiegen, als deren Staatsverschuldung noch deutlich niedriger lag als die deutsche.

    Die geforderten Zinsen richten sich nach der Fähigkeit, diese zurückbezahlen zu können. Wichtig ist, ob ein Staat über die Grenze hinweg verschuldet ist oder über Vermögen verfügt (https://en.wikipedia.org/wiki/Net_international_investment_position ). Japan und Deutschland sind in keinster Weise verschuldet. Die ganzen Euro-Länder am Ende der Tabelle werden nie ihre Schulden zurückbezahlen können. Die Leistungsbilanz führt zu Vermögensaufbau oder Verschuldung (https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_countries_by_current_account_balance und https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/rankorder/2187rank.html ).

    Island ist total pleite. Deshalb haben viele Deutsche bei der Pleite der dortigen Banken viel Geld verloren. Diese Verluste wurden vom deutschen Staat aus Steuermitteln ausgeglichen. Damit niemand etwas bemerkt.

    Nein, es handelt sich aktuell nicht um eine Finanzkrise, sondern um eine Weltwirtschaftskrise.

    Nachhaltiges Wirtschaften ist nur in einer stabilen Umgebung möglich. Dazu zählt auch ein außenwirtschaftliches Gleichgewicht (= ausgeglichene Leistungsbilanz; dazu das Magische Viereck; http://de.wikipedia.org/wiki/Magisches_Viereck ). Darauf aufbauend erließ 1967 die damalige Bundesregierung das Stabilitäts- und Wachstumsgesetz (http://de.wikipedia.org/wiki/Stabilit%C3%A4ts-_und_Wachstumsgesetz ).
    Zum Ende des Bretton-Woods-Systems waren die Leistungsbilanzen aus dem Ruder gelaufen. Wir Deutsche hatten einen gewaltigen Leistungsbilanzüberschuß gegenüber den USA und anderen Ländern. Man versuchte, diese zu verringern: Exporte wurden steuerlich um vier Prozent belastet, Importe dafür um vier Prozent entlastet (https://de.wikipedia.org/wiki/Bretton-Woods-System ; der 3. Absatz des Kapitels „Der Zusammenbruch 1973“).

    Dies alles scheint man inzwischen vergessen zu haben.

    Stattdessen gewaltige Ungleichgewichte (innerhalb der Eurozone und China und Deutschland zum Rest der Welt). Diese sind die alleinige Ursache der aktuellen Weltwirtschaftskrise. Nicht die Banken und Versicherungen.
    Es ist total egal, ob ein Sparer seine Ersparnisse zu einer deutschen Bank oder Lebensversicherung bringt (von dieser ins Ausland verliehen). Oder einer ausländischen Bank leiht (Anlage im dortigen Land). Oder Staatsanleihen des Schuldnerlandes kauft (z. B. Spanien, Irland oder Griechenland; Geld wird dann vom dortigen Staat z. B. über einen aufgeblähten Staatsapparat unters Volk gebracht). Oder selbst im Ausland sich bei einer Firma beteiligt. Das Geld ist weg, denn es wurde verkonsumiert.

    Zur Erklärung ein volkswirtschaftliches Modell:
    Eine kleine Welt mit 2 Staaten. Beide produzieren Güter für 100 Geldeinheiten (GE). Beide verwenden 90 GE im Inland (Verbrauch und Investitionen u. a.) und exportieren für 10 GE in das andere Land. So ist alles ausgeglichen und in Ordnung. Beide Staaten können gleichmäßig wachsen. Alles stabil.
    Produziert nun Staat A (z. B. so wie Deutschland) bei zu wenig eigenem Verbrauch 110 GE, verbraucht 90 GE weiterhin selbst und importiert weiterhin für 10 GE, so kann nun für 20 GE exportiert werden. So kommen 10 GE zusätzlich an Einnahmen ins Land A. Doch was tun damit? Wird dies im Inland gespart und investiert, so werden Anlagegüter bzw. Immobilien teurer. Gewonnen wäre nichts. Nur die Rendite sinkt. Doch das Ausland (Land B, z. B. Griechenland) lockt dann mit höheren Zinsen und höheren Renditen. So fließen die im Staat A nicht benötigten 10 GE im Jahr in den Staat B. Und siehe da, nun können im Staat B mittels zu stark gestiegener Löhne die zur Verfügung stehenden Zahlungsmittel auf 110 GE erhöht werden. So können neben den eigenen 90 GE auch noch die Importe von 20 GE verbraucht werden. Floatende Währungen würden dieses Ungleichgewicht wieder ausgleichen (im Staat A läuft die Wirtschaft besser, höhere Nachfrage nach Arbeitskräften, Lohnsteigerungen, drohende Inflation, höhere Zinsen machen eine Währung interessanter).
    In einem gemeinsamen Währungsgebiet (Euroraum) ist dies nicht möglich. Dann bleiben im Staat B Auslandsschulden von 10 GE pro Jahr. Die Privatwirtschaft des Staates A wird dies finanzieren bis man zu begreifen beginnt, daß der Staat B die Schulden nicht mehr zurückbezahlen kann. Dann gibt es ein Problem: Die privaten Geldgeber ziehen sich zurück (Kapitalflucht). Nun werden unsere Exportüberschüsse vom Staat und damit später vom Steuerzahler bezahlt (Euro-Rettungspakete und ins Unermeßliche anwachsende Hilfen der EZB). Zahlungsmittel der schwachen Staaten sind leere Zahlungsversprechen weit in der Zukunft.

    Entsprechend dem obigen Modell hat Deutschland bei positiver Leistungsbilanz in den letzten Jahren jeweils über 150 Mrd. Euro jährlich an Ersparnissen exportiert und dafür im Inland immer weniger investiert (Straßen, Schulen usw.). Von Anfang 2002 bis Ende 2015 waren es zusammen über 2.100 Mrd. Euro. Im vergangenen Jahr allein haben wir 263 Mrd. Euro (Seite 17 die 9. Zahlenzeile: Nettokreditgewährung an die übrige Welt; http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/Statistische_Sonderveroeffentlichungen/Statso_4/statso_4_ergebnisse_der_gesamtwirtschaftlichen_finanzierungsrechnung_2010_2015.pdf?__blob=publicationFile und http://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Publikationen/Statistiken/Statistische_Sonderveroeffentlichungen/Statso_4/statistische_sonderveroeffentlichungen_4.html) ins Ausland „verliehen“. Diese 263 Mrd. Euro entsprechen ziemlich genau unserem Leistungsbilanzüberschuß von 258 Mrd. Euro in 2015 (https://www.cesifo-group.de/de/dms/ifodoc/docs/facts/forecasts/GD/GD20160414/gd-20160414-key-d.pdf ). Mit irgendwelchem Geld müssen ja unsere deutsche Waren (Exportüberschuß) ja bezahlt werden.
    Dadurch haben wir Deutsche hohes Auslandsvermögen angehäuft (Forderungen gegen Staaten und ausländische Konsumenten, Firmen und Banken; Ende 2014 1.228 Mrd €; https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/BBK/2015/2015_09_30_auslandsvermoegen_2014.html ). Entsprechend haben sich die Importländer verschuldet (nicht mehr aktuelle Übersicht der BIZ, Stand 30.06.2010: Verschuldung inländischer Banken gegenüber dem Ausland; (http://www.bis.org/publ/qtrpdf/r_qt1012b_de.pdf , Seite 6). Vor allem das kleine Irland (gerade mal 4,4 Mio. Einwohner) ist hoffnungslos überschuldet. Wie ein über Schulden finanziertes zu schnelles Wachstum einer Firma, dessen Geschäftsmodell wegbricht.
    Mit dieser Statistik war mir im Dezember 2010 klar, daß der Euro kaum mehr zu retten ist.

    Zum besseren Verständnis nun noch einmal mit einfachen Worten:
    Man stelle sich Deutschland als Gastwirtschaft vor. Die lief mal schlecht. Entweder war das Essen zu teuer oder nicht gut genug (um die Jahrtausendwende). Da hat man eine glänzende Idee: Wer gerade kein Geld hat oder zur Zeit nicht bezahlen will kann anschreiben lassen. Ja, und schon läuft der Laden. Er ist immer voll. Super!
    Aber natürlich bemühen sich die Gäste (die überschuldeten Staaten der Eurozone) immer weniger, sich um das Geld zum Bezahlen des Essens zu bemühen. Man bekommt es ja umsonst.
    Natürlich geht das nicht für immer. Nur auf dem Papier macht diese Wirtschaft einen tollen Gewinn. Die ausstehenden Forderungen türmen sich immer höher.
    Irgendwann werden sich die Geldgeber (= Gläubiger) des Restaurants (Eigentümer, Bank, Pächter, Bedienung, Lieferanten, Investoren) zurückziehen und auf Auszahlung des Investments pochen (z. B. ausstehende Löhne, Darlehen, Lieferantenrechnungen), da wegen der Menge an Ausständen nicht mehr mit einem Bezahlen durch die Gäste (= Schuldner) zu rechnen ist. Die Gaststätte (Deutschland) ist pleite und schließt.

    Eines muß einem klar sein: Deutsche Sparer sind nicht dazu gezwungen, der deutschen Gesellschaft sein Geld zur Verfügung zu stellen (also Geld zur Bank bringen oder in einen Lebensversicherungs- oder einen Sparvertrag einbezahlen). Jeder kann seine Ersparnisse auch anders anlegen (stehen dann dem Ausleihen ins Ausland nicht mehr zur Verfügung). Die Nachfrage nach Banktresoren soll deutlich steigen. Angeblich sind Bankschließfächer kaum mehr zu bekommen. Die Nachfrage nach 1.000-Franken-Scheinen steigt deutlich.
    Ich habe nichts mehr bei meiner Bank. Mein letztes Monatseinkommen werde ich in den nächsten Tagen abheben.

    Nun zu den Währungen: Floatende Währungen gleichen verschieden gut laufende Volkswirtschaften aus. Bei schwacher Wirtschaft verbilligt sich eine Währung. Importe werden teurer und Exporte billiger. So bleibt die Leistungsbilanz jedes Währungsraums automatisch nahe Null, so lange Staaten nicht herummanipulieren. So war auch die Leistungsbilanz der Eurozone lange bei Null. Seit 3 bis 4 Jahren drückt die EZB den Euro runter. Deshalb steigen die Exporte. In den 12 Monaten bis Mai 2016 lang der Leistungsbilanzüberschuß der Eurozone bei 347 Mrd. Euro (http://ec.europa.eu/eurostat/documents/2995521/7566918/2-20072016-AP-DE.pdf/7a71529a-003b-456c-b809-37a3d7046c8e ). Mit dem billigen Euro sehen die schwachen Euro-Staaten besser aus (Leistungsbilanz zum Positiven verschoben). Doch die USA ist von einer Währungsmanipulation nicht begeistert (http://finanzmarktwelt.de/deutschland-auf-der-us-liste-fuer-waehrungsmanipulation-32499/ ). Auch Deutschland kam auf die Watchlist. Da drohen Strafzölle, wenn wir Deutsche nicht unsere Währung aufwerten.
    Aktuell sehe ich einen fairen Euro bei etwa 1,50 US-Dollar. Hätte Deutschland den Euro allein, wären so 1,80 bis 2 US-Dollar je Euro angemessen. Die Währung müßte so weit steigen, bis die Leistungsbilanz nahe Null liegt. Im letzten Jahr hatte Deutschland einen Leistungsbilanzüberschuß von 8,5 % des BIP (https://www.cesifo-group.de/de/dms/ifodoc/docs/facts/forecasts/GD/GD20160414/gd-20160414-key-d.pdf ). Bei ausgeglichenem Außenhandel würden rein rechnerisch über 3,5 Mio. Arbeitsplätze (43 Mio. Arbeitnehmer x 8,5 % Leistungsbilanzüberschuß) in Deutschland wegfallen. Diese Arbeitsplätze fehlen in den Ländern mit dem entsprechenden Leistungsbilanzverlust. Nur mal so als Größenordnung für die aktuellen Ungleichgewichte.

    Ein Staat kann nur dann aufgelaufene Schulden (die Auslandsverschuldung gemeint) an uns zurückbezahlen, wenn es einen Leistungsbilanzüberschuß gegenüber Deutschland aufweist. Daran ist bei vielen Ländern nicht zu denken.

    Ach ja, es ging ja um Buchungstricks der Banken. Die sind so etwas von egal.
    Die Banken stehen zwischen dem Sparer (will sein Geld irgendwann zurück) und den Schuldnern (bezahlt nicht zurück). Diese Diskrepanz wird den Banken Milliarden kosten. Manche gehen pleite. Andere werden vom Staat übernommen werden. Die Banken sind einfach platt.

    Beispiel Deutsche Bank: Das Verhältnis zwischen der Bilanzsumme (1.629 Mrd. Euro; Studie des ZEW zum Banken-Streßtest; http://www.sascha-steffen.de/uploads/5/9/9/3/5993642/shortfalls_v28july2016_final.pdf ; Seite 20) und der Markkapitalisierung (17 Mrd. Euro) beträgt etwa 1 zu 100. Das Eigenkapital betrug Ende 2015 62,7 Mrd. Euro (https://www.db.com/ir/de/download/Deutsche_Bank_Geschaeftsbericht_2015.pdf ; Seite 2). Ende 2015 waren also nur 3,85 % der (nicht risikogewichteten) Bilanzsumme mit Eigenkapital unterlegt. Bei nur geringen Verlusten ist die Deutsche Bank einfach um.
    Bei einem ökonomischen Sturm werden die Banken hinweggefegt. Da nutzen Schön-Wetter-Buchungen nichts. Bei Verlusten wird echtes Eigenkapital ausgelöscht. Und kommt der Kunde und will sein Geld, so braucht es auch da reale Gegenwerte. Entweder die Bilanz wird geschrumpft (Bankbeteiligungen verkaufen, keine Anschlußfinanzierung für auslaufende Firmendarlehen oder eine Hausfinanzierung) oder es steigt jemand bei der Bank ein

    Ich kann nicht verstehen, daß es noch Leute gibt, die Bankaktien oder Bankanleihen kaufen. Oder Festgeldkonten besitzen. Oder ihr Geld auf einem Tagesgeldkonto parken. Oder einen Bausparvertrag oder eine Lebensversicherung abschließen. Einfach nur riskant.

    Ich bin gespannt, wie und wo die Weltwirtschaftskrise beginnt. Es ist sehr spannend …

    • Ich kann auch nicht verstehen, wer noch Bankaktien hält. Bankanleihen müssen wir allerdings alle gezwungenermaßen halten, zwar nicht in Form von Anleihen, aber in Form von Bankkontoguthaben. Die sind im Endeffekt das Gleiche: nämlich Schulden der Bank.

      In vielen Punkten stimme ich Ihnen zu, in manchen aber auch nicht. Zum Beispiel sind auch Staatsschulden im Inneren relevant. Auch diese führen früher oder später zur Insolvenz des Staates und seiner Notenbank. Das nennt man dann nur anders, nämlich Währungsreform.

      Beide Formen der Pleite, also die nach außen und die nach innen, beschreibe ich im Buch.

      Vielleicht sollten Sie doch bei Gelegenheit mal einen Blick reinwerfen? Auf die Amazon-Rezensenten alleine würde ich mich an Ihrer Stelle nicht verlassen 😉

      • Ich halte auch indirekt keine Bankanleihen. Denn ich hebe seit 3 bis 4 Jahren alles vom Girokonto ab. Ich verfüge über keine relevanten Ersparnisse bei Banken oder Versicherungen. Ich leihe doch niemandem etwas, dem in der nahen Zukunft die Pleite droht.
        Ich werde nur indirekt von der kommenden Weltwirtschaftskrise getroffen werden.

        So lange in Deutschland die (Wirtschafts-) Politik nicht allzu schlecht ausfällt (z. B. anhaltender Leistungsbilanzverlust, größere Unruhen), stören unsere Staatsschulden nicht die Bohne. Ohne die Hilfszusagen und Risikoübernahme im Euroland wären die Zinsen auf deutsche Staatsanleihen noch erheblich niedriger. Unseren Staatsschulden stehen über 5.000 Mrd. Euro Geldvermögen (einschließlich den Aktien) und etwa 10.000 Mrd. Euro an Immobilienvermögen gegenüber. Deutschland hat auf absehbare Zeit keinerlei Probleme, seine gerade mal 2.000 Mrd. an Staatsschulden (auch bei höheren Zinsen) zu bedienen.
        Ein gutes Beispiel ist auch Italien: Da kommt man seit Jahrzehnten mit hohen Staatsschulden zurecht. Denn das private Vermögen ist sehr hoch (deutlich höher als in Deutschland). Die Verschuldung gegenüber dem Ausland (NIIP) ist niedrig. Erst mit der schlechten Politik zum Ende der Berlusconi-Ära änderte sich dies. Im Herbst 2010 verschoben die Italiener innerhalb kurzer Zeit mehr als 300 Mrd. Euro ins Ausland. In der Schweiz schoben Bankangestellte Überstunden …
        Aktuell kommt – wie in mehreren Staaten der Eurozone – nichts voran. Die Bevölkerung lehnt Reformen ab. Der Süden Italiens ist quasi abgehängt. Dieses Konglomerat kann zukünftig zu Schwierigkeiten in Italien führen.

        Eine Währungsreform in Deutschland? Ja, damit kann man in Deutschland Ängste wecken (und Bücher absetzen). Doch eine Währungsreform mit Verlust von an den deutschen Staat verliehenen Ersparnissen ist meilenweit weg. Denn die negativen Folgen einer Währungsreform sind immens.

        Dazu folgender Gedankengang:
        Ein wirtschaftlich erfolgreicher Staat mit 50 % des BIP an Auslandsvermögen (NIIP), viel privatem Vermögen und – sagen wir mal – mit 100 oder 200 % Staatsverschuldung vom BIP. Die Bevölkerung fühlt sich sicher. Es ist genug zurückgelegt für das Rentenalter und für unvorhergesehene Ausgaben fühlt sich der durchschnittliche Verbraucher auch gerüstet. Der Staat muß nur mit etwas höheren Abgaben dafür sorgen, daß er seine Zinskosten wieder reinbekommt. Bei Investitionsbedarf kann ein solcher Staat sofort reagieren. Mit seiner Abgabenpolitik können die Wellen von Boom und Rezession eingeebnet werden. Einfach ideal.
        Und nun entschuldet sich dieser Staat (auch Firmen und Privatleute können Teile ihrer Schulden loswerden) über eine Währungsreform. Die Staatsschulden stehen bei dann bei (nahe) Null. Doch die Bürger verlieren einen großen Teil ihrer Ersparnisse. Vor Schreck werden sie beim Konsum voll auf die Bremse treten. Das Angesparte zum Hausbau ist auch weg. Und dem Staat wird man erst mal nicht mehr trauen. Bei Bedarf (z. B. Ausbau des Internets, Nord-Ostsee-Kanal, Eisenbahnlinien für den Güterverkehr) kann er sich nur mit hohem Risikoaufschlag etwas leihen.
        Nee, eine Währungsreform wird es in einem Land mit funktionierender Währung, der man vertraut, nicht geben. Eine Währungsumstellung (ohne Vermögensverlust) von DM zu Euro und zurück zu einer neuen deutschen Mark ist etwas anderes.
        Das große Problem Deutschlands sind die hohen (und schnell wachsenden) uneinbringlichen Forderungen an andere Länder. Diese werden wir in der Zukunft abschreiben müssen. Entweder Sparer verlieren einen erheblichen Teil ihrer Ersparnisse oder der Staat übernimmt diese als Staatsschulden und erhöht dafür seine Steuern und Abgaben (oder eine Mischform aus beidem). Eine Währungsreform würde die Probleme nicht lösen bzw. verringern, sondern für zusätzlichen Sand im Getriebe sorgen.

        Ja, die Deutsche Bundesbank kann quasi pleite gehen. Denn ihre Forderungen (Ende Juni 2016 681 Mrd. Euro über das TARGET II-System; http://sdw.ecb.europa.eu/reports.do?node=1000004859 ) sind nur durch von privaten Banken freiwillig bei ihr zu – 0,4 % geparktes Geld gedeckt. Wehe, wenn unsere Banken ihr Vertrauen in die Deutsche Bundesbank verlieren oder ihnen der Negativzins zu hoch wird. Dann stünde unsere Notenbank so ziemlich nackt da (negatives Eigenkapital).

        Zudem erleben wir zur Zeit eine deflationäre Periode. In der produzierenden Wirtschaft bestehen erhebliche Überkapazitäten. Dank dem Verleihen von viel Geld konnten wir Deutsche erheblich mehr produzieren und verkaufen als wir Deutsche (mit unserem Sparfimmel) verbrauchen würden. Die zusätzliche Beschäftigung führt zu zusätzlichem Konsum.
        Und aus Sicht der Schuldnerländer: Darlehen für den Bau führen zu annähernd 100 % zu neuem Einkommen (Bauarbeiter und Lohn in baunahen Gewerben). Der Export von Büchern (ca. 50 % des Verkaufspreises für den Vertrieb) zum Verkaufspreis von 1 Mio. Euro führt in Deutschland (Herstellung) und im Importland (Bau der Buchhandlung und Einkommen der Verkäufer) zu je 500.000 Euro zusätzlichem Einkommen. Der Export von Pkws der Marke Porsche (20 % des Verkaufspreises für den Vertrieb und großer Teil der Wertschöpfung in Deutschland) zum Verkaufspreis von 1 Mio. Euro führt bei uns zu zusätzlichem Einkommen von 800.000 Euro (Produktion). Im Importland sind es 200.000 Euro (Bau des Autohauses und Einkommen der Verkäufer). Sobald wir Deutsche den Export unserer Überproduktion (Exportüberschuß) nicht mehr auf Kredit (deutsche Altersvorsorge dient als Exportsubvention) herschenken, fallen die entsprechenden Arbeitsplätze und dieses Einkommen weg. Die dann offensichtlich werdenden Überkapazitäten werden zu einer Deflation führen. Der Konsum wird deutlich sinken.
        In Kuba sieht man ganz deutlich, daß man zur Not auch mal 50 Jahre ohne neue Pkws auskommen kann. Die alten Pkws werden nur notdürftig repariert und fahren heute noch. Oder Griechenland: Wenn weiten Kreisen der Bevölkerung das Geld für eine Krankenversicherung fehlt, müssen Abteilungen von Krankenhäusern oder auch ganze Spitäler geschlossen werden. Notwendige Medikamente werden nicht mehr eingekauft. Arbeitsplätze fallen weg.

        Wenn Deutschland dieses einem Schneeball ähnelnde System beibehält (immer mehr monatliche Hilfen für die Euro-Schuldnerländer), kann das Vertrauen in den Euro oder alle Papierwährungen urplötzlich verloren gehen. Das wäre aber nicht das, was man unter einer Inflation versteht. Die Wahrscheinlichkeit sehe ich als nicht sehr groß an. Denn neben Draghi (will immer mehr Geld für sein Heimatland Italien) sitzen doch noch Leute mit Verantwortung im EZB-Rat. Bereits im Dezember letzten Jahres wollte Draghi die Staatsfinanzierung deutlich ausweiten. Er hatte die Märkte bereits darauf vorbereitet. Doch er enttäuschte alle (http://www.welt.de/wirtschaft/article149597382/Warum-die-Anleger-ihr-Orakel-diesmal-nicht-verstehen.html ). Denn viele seiner Kollegen zogen nicht mit. So mußte er ein deutlich kleineres Paket schnüren (http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/euro-zone-aerger-im-ezb-rat-ueber-draghi/12686584.html ). Doch inzwischen konnte Draghi nachlegen …

        • Na bitte, da haben wir’s doch: Eine Pleite der Bundesbank würde unweigerlich zur Währungsreform führen. Denn wenn die Bank, die unser Geld ausgibt, pleite ist, ist früher oder später auch das Vertrauen in dieses Geld futsch. Und das ist DIE Voraussetzung für eine Währungsreform. Natürlich könnte die Bundesbank eine Zeitlang auch mit negativem Eigenkapital weitermachen, aber nur so lange, wie noch Vertrauen da ist.

          Vertrauen futsch, Währung futsch -> neue Währung. So einfach ist das. Eine einfache Umstellung (z. B. Euro in DM) hat damit natürlich gar nichts zu tun.

  7. Noch einmal: Es gibt keine Währungsreform aus Jux und Tollerei. So etwas hat es in der Vergangenheit nie gegeben. So etwas wird es auch zukünftig nie geben. Denn wie aufgezeigt bringt eine Währungsreform enorme Nebenwirkungen mit sich. Deshalb erfolgen Währungsreformen eher zu spät.

    Genau so wie der Gewinn unserer Bundesbank in den Bundeshaushalt einfließt, müßte auch ein Verlust vom Bundesetat übernommen werden. Und ich bin der Meinung, daß zumindest einmal 300 bis 500 Mrd. Euro der uneinbringlichen TARGET2-Forderungen als Verlust abgeschrieben und in den Bundeshaushalt aus Ausgabe verbucht werden müßten. Das aktuelle Verhalten der Bundesbank (im Jahr 2015 Risikovorsorge um 0,78 Mrd. Euro auf lächerliche 13,6 Mrd. Euro gesenkt; https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/Geschaeftsberichte/2015_geschaeftsbericht.pdf?__blob=publicationFile ; Seite 90) halte ich für einen strafwürdigen Bilanzbetrug. Aber dank geringerer Vorsorge kann man dem Bundesfinanzminister mehr Gewinn überweisen. Kein Wunder, daß Axel Weber als Präsident der Bundesbank zurückgetreten ist. Der aktuelle Jens Weidmann ist nur der Lolli unserer Bundeskanzlerin. Wenn unsere ach so beliebte Angela Merkel wie bei einem Hampelmann (https://de.wikipedia.org/wiki/Hampelmann ) mal an der Schnur zieht, macht es Blööök. Mehr nicht. Statt der Wahrheit nichts al Lügen. Von wegen unabhängige Notenbank …

    Das Vertrauen in unseren Euro würde beispielsweise verloren gehen, wenn unser Mario Draghi monatlich immer mehr Geld in die Märkte pumpen würde. Ja, er hat den monatlichen Betrag schon von 60 auf 80 Mrd. Euro erhöht. Eine Gefahr wäre es, wenn absehbar wäre, wenn dieser Betrag über 100, 200 oder 300 Mrd. Euro auf monatlich 500 Mrd. Euro steigen würde. Wie bereits aufgeführt (der EZB-Rat bremst Draghi; Strafzölle bei zu starker Währungsmanipulation) sieht es derzeit nicht danach aus.

    Außerdem steigt der Wert des Papiergeldes in einer deflationären Periode. Eine galoppierende Inflation ist meilenweit entfernt. Wo soll sie bei aktuell bescheidenem (und zukünftig sinkendem) Konsum (Schuldnerländer sollen sparen; Reformen kommen nicht voran) herkommen? Und ohne übermäßiger Inflation und damit einhergehendem Wertverlust des Euro keine Währungsreform.
    Und je länger wir unseren Exportüberschuß mit unserer Altersvorsorge subventionieren desto mehr unserer Guthaben verlieren die deutschen Sparer. Und desto schlimmer wird die kommende Weltwirtschaftskrise. Desto stärker sinken die Preise in Deutschland. Und desto unwahrscheinlicher wird eine Währungsreform …

    • Wie kommen Sie in diesem Zusammenhang auf Vokabeln wie Jux oder Tollerei? Davon ist doch nicht die Rede. Die Bundesbank kann selbstverständlich erst dann pleite gehen, wenn Kapitalerhöhungen des Bundes, die dieser mit Schulden finanziert, das Vertrauen in die Notenbank nicht wiederherzustellen in der Lage sind. Dies wäre dann der Fall, wenn auch der Bund seine Stellung als vertrauenswürdiger Schuldner verloren hat.

      Selbstverständlich wird es erst dann zur Währungsreform kommen, wenn das Vertrauen in Staatsschulden, Währung und Notenbank verlorengegangen ist. Soweit ist es noch lange nicht. Aber ich warne davor, dies gedanklich auszuschließen. In einem System, das nahezu ausschließlich auf Vertrauen basiert, wäre diese Sorglosigkeit sträflich.

      • Im Übrigen ist es richtig, dass eine schwere deflationäre Krise, in deren Verlauf Geldvermögen massiv vernichtet wird, die Notwendigkeit einer Währungsreform deutlich weiter in die Zukunft verschiebt. Denn systembedingt notwenig ist es nur, dass Schulden und Geldvermögen von Zeit zu Zeit massiv zusammengestrichen werden. Ob dies durch eine Währungsreform erfolgt oder durch eine deflationäre Krise, ist für das Ergebnis egal.

        Ich erwarte allerdings, dass Staaten und Notenbanken die deflationäre Krise mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln verhindern werden. Zumindest werden sie danach trachten, und sei es mit Helikoptergeld. Genau deshalb halte ich es noch lange nicht für ausgemacht, was als nächstes kommen wird: die schwere Weltwirtschaftskrise oder die Währungsreform. Eines von beiden muss kommen.

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