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Gepostet by on September 28, 2018 in Gastbeitrag | 1 Kommentar

10 Jahre Finanzkrise – nach der Krise ist vor der Krise

Vor 10 Jahren erschütterte die Lehmankrise die Grundfeste unseres Finanzsystems und läutete offiziell die Finanzkrise ein und ihre massiven Auswirkungen sind bis heute zu sehen und zu spüren. Seit daher wurde – entgegen der Behauptungen seitens Politik und Notenbanken – die Krise jedoch nicht gelöst sondern mit fragwürdigen Mitteln in die Zukunft verschoben. Auch liegt das Schlimmste nicht hinter uns und die Erholung ist auch nicht geschafft. Obendrein wurden die Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft nicht hinter Schloss und Riegel gebracht, nein man hat es geschafft, dass der dumme Bürger auch noch für „die Krise“ bezahlt. Laut den Zahlen, die die Bundesregierung erstmals herausgegeben hat, wird die Finanzkrise uns Steuerzahler in Deutschland wohl mehr als 68 Milliarden Euro kosten. Hier sind die potenziellen Risiken der tickenden Zeitbombe Hypo Real Estate und dem Kursverlust der staatlichen Commerzbank-Anteile noch nicht einmal berücksichtigt. Eines sollte uns jedoch allen klar sein: Es ist lediglich eine Frage der Zeit, bis die nächste Krise wieder ausbricht. Und diese wird wesentlich heftiger als 2008!

Wir erinnern uns sicherlich alle an den 5.Oktober 2008, es war ein Sonntag, als unvermittelt Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Peer Steinbrück live vor die Kamera traten, um uns unsere Einlagen und unser Erspartes zu versichern. Jedem mündigen Bürger war in diesem Moment klar – es brennt gewaltig! Die Absicherung der Ersparnisse durch die Bundesregierung war eine Beruhigungspille für die Bürger um einen Banken Run zu verhindern, der nämlich schon im Gange war. Zu groß waren die Verwerfungen und dadurch entstehenden Unsicherheiten seit September – Lehman Brothers, AIG, Hypo Real Estate, Merrill Lynch, Barclays etc. Weltweit wankte der Finanzsektor bedrohlich und die Notenbanken sahen sich gezwungen neues Terrain zu betreten. In einer historisch einmaligen koordinierten Aktion der Notenbanken wurde über Nacht massiv interveniert und Gesetze ad acta gelegt um das Finanzsystem zu reanimieren. Das Versprechen das unser Geld von der Regierung gesichert sei, ist weder in ein Gesetz gegossen noch finanziell stemmbar. Auch wenn Herr Steinbrück im TV das Gegenteil behauptet aber Prof. Sinn und meine Person ihm die Fakten erklären.

Die Finanzwirtschaft und Politik haben es tatsächlich geschafft, uns die Finanzkrise als ein Unglück zu verkaufen. Doch das ist vollkommener Unsinn! Ein Hauptirrtum ist, zu meinen, Geld an sich wäre ein Wert. Aber Geld hat überhaupt keinen Wert. Wert haben nur Güter und Dienstleistungen. Da wir ständig aufs Geld starren, schieben wir einen Geldstau, einen virtuellen Liquiditäts-See vor uns her, bei dem wir so tun, als ob er real wäre. Das offenbart jede Finanzblase, bei der mit betrügerischen Manipulationen Illusionswerte generiert werden, die die Menschen dann als reale Werte betrachten. Und was passiert, wenn alle Menschen gleichzeitig an ihr Geld heranwollen? Das System bricht zusammen.
Mehr noch: Die Finanzkrise selbst war eine einzige Illusion. In Wirklichkeit handelte es sich da schlicht um Kreditbetrug! Man lieh Menschen Geld für Ramschimmobilien, die sie sich nicht leisten konnten. Diese faulen Kredite wurden – zusammen mit ein paar werthaltigen – sodann in faule Papiere für reiche Anleger und dumme Bankmanager umgetütet. Als sie geplatzt waren, machte man aus einem Kreditbetrug eine „Finanzkrise“– und flugs wurden aus Tätern Opfer. Jeder Metzger, der 800 Gramm frisches mit 200 Gramm vergammeltem Hackfleisch mischen würde, käme geradewegs ins Gefängnis. Wenn das aber mit Geld, mit „verbrieften“ Papieren bewerkstelligt wird, dann wird das zur Krise erklärt – und der Staat darf einspringen, um angeblich „systemrelevante“ Banken vor dem Bankrott zu retten.
Noch immer wird uns von systemrelevanten Banken erzählt. Wir sagen: dass ist Unsinn. Banken sind
nicht systemrelevant, sie sind das System!

Wall Street: Die Party geht weiter
Dank des billigen Geldes boomt es an den Aktien- und Immobilienmärken. Abermals haben sich gigantische Blasen gebildet, die noch weiter aufgepumpt werden.
Was wurde uns im Zuge der Finanzkrise von Seiten der Politik nicht alles versprochen. Wir werden eine Finanztransaktionssteuer einführen, wir werden die Banken zerschlagen so dass kein Institut mehr die Weltwirtschaft an den Rand des Abgrundes bringen kann. Alles im erneuten Rausch vergessen oder verdrängt, denn die Musik spielt wieder und es muss getanzt werden. Zwar wurden die Bankerboni in Europa, jedoch nicht in den USA, begrenzt und müssen Banken heute eine höhere, aber immer noch zu niedrige, Eigenkapitalquote vorweisen, dennoch ist die Macht der Puppenspieler aus der Finanzbranche ungebrochen. Heute sind manche Institute in den USA sogar noch größer und mächtiger als 2008 und eine Pleite der Deutschen Bank könnte problemlos dafür sorgen, dass bei uns die Lichter ausgehen.
Die Boni fließen an der Wall Street wieder in Strömen. Allein 2017 stieg der Bonus eines Brokers um 17 Prozent auf durchschnittlich rund 180.000 Dollar. JP-Morgan-Boss James Dimon strich für 2017 fast 30 Millionen Dollar ein. Das Volumen des verwalteten Vermögens von Hedgefonds hat sich seit 2008 von 1,46 Billionen Dollar auf über 3,4 Billionen Dollar mehr als verdoppelt und die Party geht unvermindert weiter. Die Superreichen werden immer reicher, die Mittelschicht immer kleiner und die Unterschicht nicht nur in den USA immer größer.

Finanztransaktionssteuer ist passe
Bundesentwicklungsminister Müller sagte einst: Mir kann keiner erzählen, dass die Bankentürme in Frankfurt in Wanken geraten, wenn wir eine Steuer von 0,1 Prozent auf den Handel von Aktien und 0,01 Prozent auf spekulative Anlagen wie Derivate verlangen. Eine solche Steuer belastet keinen Normalbürger. Sie würde aber exzessive Spekulationsgeschäfte eindämmen…“. Die Finanzlobby hat offensichtlich einen Top-Job gemacht, denn das Thema Finanztransaktionssteuer ist vom Tisch und keiner regt sich auf.

Verbriefungsirrsinn geht weiter
Auch in Punkto Verbriefungen hat die Finanzwelt nicht aus der letzten Krise gelernt. Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) erwartet global neue Verbriefungen in Höhe von einer Billion Dollar. Die USA (bis zu 565 Milliarden Dollar) und China (umgerechnet bis zu 260 Milliarden Dollar) sind die größten Märkte.

Die Welt versinkt in Schulden
Der globale Schuldenstand befindet sich auf einem Allzeithoch. Die globalen Schulden haben ein Rekordniveau erreicht und entsprechen 225 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. Heute ist die Welt höher verschuldet als 2009, als die globale Finanzkrise auf den öffentlichen und privaten Haushalten lastete.
Eigentlich wäre zu erwarten, dass zumindest die private Verschuldung gefallen ist. Dies ist jedoch nicht der Fall.
Auf Grund der niedrigen Zinsen und kontinuierlich steigender Immobilienpreise kaufen sich Menschen oftmals vollkommen überteuertet Immobilien, welche sie sich eigentlich überhaupt nicht leisten können. Bereits Ende 2014 hatte die Verschuldung der Privathaushalte das Vorkrisenniveau überschritten. Aussagekräftig ist hierbei das Verhältnis privater Schulden zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) sowie die Schuldendienstquote. Die Verschuldung der Privathaushalte liegt in zahlreichen Ländern auf dem Niveau von 2008 oder darüber. In Dänemark (133 Prozent), Australien, Irland, der Schweiz und den Niederlanden (120 Prozent) liegt die Haushaltsschuldenquote bei über 100 Prozent.
Während der Unternehmenssektor in Deutschland, welcher traditionell mittelständisch geprägt ist mit einer Verschuldungsquote in Höhe von 94 Prozent ok dasteht sieht es in Frankreich dagegen mit 165 Prozent und in Belgien mit 200 Prozent wesentlich besorgniserregender aus.

Landesbanken: Milliarden an Steuergeldern vernichtet und keiner war schuld
Offensichtlich haben weder CDU, CSU, SPD noch FDP Interesse an einer systematischen Aufklärung was genau bei den Landesbanken vorgefallen ist. Die Rettung der Hypo Real Estate und der zockenden Landesbanken hat den Steuerzahler zig Milliarden gekostet und heute will keiner für die Zockereien verantwortlich gewesen sein.

Folgekosten der Krise
Zu den Kosten für die Bankenrettung müssen folgende indirekte Kosten hinzuaddiert werden: Entlassungen und Konjunkturpakete wie die Abwrackprämie, Kurzarbeitergeld, die Folgen der Eurokrise, die Nullzinsen und die damit verbundenen Probleme bei der Altersvorsorge, steigende Mieten und die Enteignung von uns Sparern.
Wir sollten uns als Gesellschaft folgende Fragen stellen: Warum wurden die Verantwortlichen aus Wirtschaft und Politik nicht zur Rechenschaft gezogen, sondern oftmals mit üppigen „golden Handshakes“ in den Urlaub geschickt? Warum ist der Steuerzahler abermals der Dumme? Warum wurden Verluste sozialisiert und warum Gewinne privatisiert? Warum musste kaum einer Boni zurückgeben? Warum lassen wir uns noch immer von der Finanzbranche regieren? Wäre der Sachverhalt vielleicht grundlegend ein anderer, wenn Steuergeldverschwendung ebenso hart geahndet würde wie Steuerhinterziehung?

Südeuropa geht es heute schlechter als 2008
Der Politik ist es vor knapp zehn Jahren noch einmal gelungen, die Kuh vom Eis zu holen. Jedoch ist die Staatsverschuldung in Europa exorbitant gestiegen. Heute sind zahlreiche Staaten Südeuropas bis zur Halskrause verschuldet. Griechenland ist faktisch bankrott und Italien auf dem besten Weg dorthin. Griechenland konnte noch gerettet werden. Das strauchelnde Italien – die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone – kann nicht mehr gerettet werden.
Eine weitere Finanzkrise, welche mit Sicherheit kommen wird, können sich weder die Länder Europas, noch die USA oder China leisten. Heute sind Populisten und EU- und Eurokritische Parteien überall in der EU auf dem Vormarsch. In Griechenland und Italien haben sie bereits die Macht übernommen. Weder Frankreich noch Italien, Spanien, Portugal geschweige denn Griechenland haben sich seit der Finanzkrise maßgeblich erholt und werden das auch in Zukunft nicht. Entgegen aller Behauptungen aus der Politik ist es lediglich eine Frage der Zeit, bis Griechenland wieder die Hand aufhalten wird.

Während Deutschland immer stärker wird und Deutschlands Target2 Forderungen an der Billionengrenze kratzen, kommt der Süden Europas nicht voran.

Fakt ist: Im Zinskorsett des Euro wird die Südschiene Europas wirtschaftlich auf keinen grünen Zweig mehr kommen. Der Euro ist viel zu schwach für Deutschland und viel zu stark für Südeuropa. Anstatt Europa zu einen, trennt er es. Jedoch hat sich diese Erkenntnis bei den Realitätsverweigerern in Brüssel immer noch nicht durchgesetzt. Folglich werden populistische Kräfte in Europa weiter an Zuwachs gewinnen. Sollte der, insbesondere durch seinen extravaganten Lebensstil auffallende, und mittlerweile äußerst unpopuläre Französische Präsident Macron nicht liefern, wovon wir ausgehen, dann wird auch Frankreich in Zukunft von Populisten regiert. Spätestens dann wird der Realitätsverlust in Brüssel ein Ende haben.

Die EZB versucht die Krise wegzudrucken
Mit der Notenbankpresse lassen sich nachhaltig keine Probleme lösen. Dennoch lässt sich die EZB noch immer nicht von dieser Tatsache überzeugen. Mittlerweile hat die Bilanzsumme der EZB die der US-Notenbank FED übertrumpft.

Während die FED bereits mehrfach den Zins erhöht hat, liegt der Zins in der Eurozone noch immer bei null Prozent. Obendrein druckt die EZB immer noch 500 Millionen Euro – pro Tag. Diese irrsinnige Politik enteignet Sparer, lässt Aktien- und Immobilienpreise explodieren und hält Zombieunternehmen am Leben, welche normalerweise längst bankrott wären. Ob man hier noch von freier Marktwirtschaft sprechen kann oder doch eher von einer Planwirtschaft der Notenbanken liegt im Auge des Betrachters.

Krisenherde weltweit
In den USA steigen die Häuserpreise nach wie vor und das Niveau liegt mittlerweile über dem Höhepunkt vor der Finanzkrise. Sollte die FED die Zinsen weiter erhöhen, könnte das manchen Schuldner in die Bredouille bringen.
Binnen kürzester Zeit hat US-Präsident Trump der Welt aufgezeigt, wie schnell bestehende Abmachungen ihre Gültigkeit verlieren und bestehende Strukturen in Frage gestellt werden können. Zettelt Trump tatsächlich einen Handelskrieg mit dem Ziel an, den Status Amerikas als Weltmacht für ein paar weitere Dekaden zu sichern und das verschuldete und auf kontinuierliches Wachstum basierende China auf den Boden der Tatsachen zu befördern, sind die Konsequenzen für Europa nicht abschätzbar. Der chinesische Schuldenberg ist mit über 29 Billionen US-Dollar der zweithöchste der Welt. Die Schuldenquote beträgt mehr als 250 Prozent. Allein in den letzten zehn Jahren ist sie um 100 Prozentpunkte gestiegen. Inwieweit der mit über 160 Prozent des Bruttoinlandsprodukt (BIP) verschuldete Unternehmenssektor einen lange anhaltenden Handelskrieg übersteht, kann niemand sagen. Eines ist jedoch gewiss: China wird uns nicht wie 2008 aus der nächsten Krise ziehen!

In Venezuela steht der Staatsbankrott vor der Tür. In Argentinien verfällt der Peso und in der Türkei die Lira. In den großen Schwellenländern Südafrika, Brasilien und Indien gehen die Währungen in eine Richtung – nach unten. Ferner haben sich in den Schwellenländern zahlreiche Unternehmen stark in Dollar verschuldet, weil die Zinsen in den USA lange niedrig waren. Heute sind sie erheblich einem Zins- und einem Wechselkursrisiko ausgesetzt. Auf Grund der steigenden Zinsen in den USA ziehen Investoren ihre Gelder aus den Ländern ab und legen diese stattdessen in Dollar an. Dies wird den Währungsverfall in diesen Ländern weiter beschleunigen. Immer mehr Unternehmen geraten in Schwierigkeiten. Sie müssen für die Bedienung ihrer Dollarkredite immer mehr eigene Währungseinheiten aufwenden. Spätestens die nächste Wirtschaftskrise werden viele dieser Unternehmen nicht überstehen und manchen Kreditgeber – darunter befinden sich auch zahlreiche Banken aus den Industrieländern – in ernsthafte Probleme bringen.

Fazit:
Die Finanzkrise wurde keinesfalls gelöst, sondern es wurde lediglich mit sehr viel Geld Zeit erkauft. Diese Zeit ist endlich. Da in der Politik in Brüssel und Berlin kein Umdenken stattfindet, werden populistische Kräfte noch wesentlich an Zulauf gewinnen und unser Land und die EU grundlegend verändern. Die von der Politik gewollte Transferunion innerhalb der EU werden die Bürger langfristig nicht mittragen.
Fakt ist:
Wir können auf Dauer weder Probleme mit der Notenbankpresse lösen noch können wir langfristig Schulden mit Schulden bezahlen.
Wir müssen den Ländern Südeuropas die Schulden erlassen, denn diese werden sie niemals zurückzahlen.
Wir müssen den Euro kontrolliert beenden.
Solange wir mit immer mehr Schulden ein immer kurzfristigeres und immer geringeres Wachstum erzielen und wir uns untereinander zu immer höheren Preisen Vermögenswerte wie beispielsweise Immobilien abkaufen anstatt in neue Produkte und Dienstleistungen zu investieren, ist die nächste Krise vorprogrammiert.
So lange Banken durch Kreditvergabe beinahe unbegrenzt Geld aus dem Nichts schöpfen können steigt die Nachfrage nach Vermögenswerten und somit deren Preise. Dies ermöglicht eine höhere Beleihungskapazität. Sollten die Zinsen irgendwann erheblich steigen, fliegt uns alles um die Ohren.
Unsere hochverschuldete Welt ist süchtig nach der Droge „billiges Geld“. Wir können jedoch nicht auf unbestimmte Zeit die Politik des billigen Geldes fortführen. Folglich ist der Crash nur eine Frage der Zeit.

Die beiden Ökonomen, Querdenker, Redner und Honorarberater Matthias Weik und Marc Friedrich schrieben gemeinsam die vier Bestseller “Der größte Raubzug der Geschichte – warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden“, „Der Crash ist die Lösung – Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten“, „Kapitalfehler – Wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen“ und „Sonst knallt‘s!: Warum wir Wirtschaft und Politik radikal neu denken müssen“.

Weitere Informationen über die Autoren finden Sie unter:

www.friedrich-weik.de

www.facebook.com/friedrichundweik,

https://www.youtube.com/friedrichweik

www.twitter.com/FRIEDRICH_WEIK.

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Gepostet by on April 30, 2018 in Gastbeitrag | 9 Kommentare

Fehler im Buch?

Sehr geehrter Herr Brichta,

mit großem Interesse habe ich ihr oben genanntes Buch gelesen. Ich glaube, einen Fehler in Ihrer Argumentationskette in Anhang 9 auf Seite 292 gefunden zu haben. Sie schreiben, die Geldmenge müsse schon alleine deshalb ständig wachsen, weil ein Teil des Geldes stets in die Geldspeicher der Geldvermögensbesitzer abfließe und somit nicht mehr zur Schuldentilgung zur Verfügung stehe. “ Verstärkt wird dieser Einfluss noch durch den Zinseszinseffekt: Denn Zinserträge auf bereits gebunkertes Geld, die ebenfalls wieder gebunkert werden, erhöhen jenen Geldbetrag, der dem Kreislauf entzogen wird und damit nicht mehr für die Bedienung alter Kredite zu Verfügung steht.“
Hier scheint mir der Fehler zu liegen: Geld im Geldspeicher, welches dem Kreislauf entzogen ist, erwirtschaftet keine Zinsen. Im Gegenteil, sofern Inflation besteht, verliert es sogar an Wert. Zinsen kann es nur generieren, wenn es eben doch wieder verliehen und für die Tilgung anderer Schulden zu Verfügung gestellt wird. Somit scheint mir dieses Argument für das ständige Geldmengenwachstum nicht zutreffend zu sein.

Herzliche Grüße,

Der Student

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Gepostet by on April 23, 2018 in Gastbeitrag | 5 Kommentare

Gibt es einen Hortungszwang?

Diese Frage ist etwas provokant, denn das Wort „Hortungszwang“ verwenden Sie nicht in ihrem Buch. Sie beschreiben den Wachstumszwang des Geldvermögens und führen diesen u. a. auf den Druck, ausgehend von der Passivseite der Bankbilanzen, zurück. Das ist leicht verständlich, solange es positive Guthabenzinsen gibt. Sie gehen aber noch einen Schritt weiter und haben wiederholt klargestellt, dass Sie die Geldhortung – und nicht den Zinseszinseffekt – als Hauptursache für den Wachstumszwang sehen, und dass der Zinseszinseffekt den Wachstumszwang lediglich verstärkt.

Wenn der Wachstumszwang allerdings auch ohne den Zins durch die Geldhortung verursacht wird, dann ist zu anzunehmen, dass es mindestens einen weiteren Mechanismus gibt, der unabhängig vom Zins zwangsläufig zur Hortung von immer mehr Geldvermögen führt. Das fand ich zunächst etwas verwirrend, denn schließlich wird niemand gezwungen, immer mehr Geldvermögen zu horten, oder doch?

Aufschlussreich ist der Anhang 9 des Buchs: Sie verweisen auf die großen Guthaben, die in ihrer Gesamtheit auf lange Sicht immer weiter wachsen, von denen mangels Bedarfs ausgeschlossen werden kann, dass sie jemals ausgegeben werden. Leuchtet ein.

Ich habe mich jedoch gefragt, ob nicht auch die Teuerung einen Druck auf die Sparer ausübt, der ebenfalls zur Geldvermögenshortung führt. Vermutlich sind die Zusammenhänge zwischen Sparquote, Inflation und Wirtschaftswachstum Gegenstand zahlreicher Wirtschaftstheorien, und vermutlich ist das hinreichend untersucht. Da ich aber kein Ökonom bin, kann ich das nicht im Detail überschauen und kann meine eigenen Überlegungen nicht auf die Probe stellen. Mir fallen Pro- und Contra-Argumente ein, wobei die Pro-Argumente deutlich überwiegen.

Einige vereinfachte Überlegungen möchte ich einmal darlegen:

Solange es Zinsen gibt, lohnt sich das Sparen. Der Einfachheit halber sei aber nun angenommen, es gäbe keine Guthabenzinsen (de facto trifft das augenblicklich beinahe zu). Mir scheint die Annahme sinnvoll, dass Sparer dann im Mittel zumindest noch so viel zurücklegen, wie erforderlich ist, um die Kaufkraft ihrer bisherigen Ersparnisse zu erhalten. Tatsächlich aber müsste es mehr sein. Denn anderenfalls könnten ihre Sparziele auf lange Sicht im Mittel nicht mehr erreicht werden, denn die Ersparnisse würden trotz der Sparraten nur nominal wachsen, aber real schrumpfen. Eine reale Steigerung der bereits vorhandenen Rücklagen, z. B. mit dem Ziel der privaten Altersvorsorge oder mit dem Ziel des Erwerbs eines Gegenstands (Auto, Haus, Reise, etc.), wäre sonst im Mittel nicht mehr möglich, und die Vermögensbesitzer würden zunehmend ärmer.

Nun einmal angenommen, die Preise steigen in einem gewissen Zeitraum um einen gewissen Prozentsatz, sagen wir beispielsweise um 2 %. Dann verlangt das System 2 % mehr an zirkulierendem Geld, damit alle gehandelten Wirtschaftsgüter weiterhin bezahlt werden können (vereinfachend sei dabei vorausgesetzt, dass die Wirtschaft im Zeitraum real, d. h. preisbereinigt, weder gewachsen noch geschrumpft sei). Ob das zusätzliche vom System verlangte Geld schon vor dem Preisanstieg oder während der Dauer des Preisanstiegs durch die Noten- und Geschäftsbanken ins System gebracht worden ist und ggf. sogar die Preisteuerung ausgelöst hat, oder ob es noch ins System gebracht werden muss, um dem nunmehr gestiegenen Geldbedarf nachzukommen, sei dahingestellt. Nach obigen Überlegungen sind aber nun auch die Sparer genötigt, zusätzliches Geld zu horten, um den Kaufkraftverlust ihrer Ersparnisse auszugleichen. Dazu müssten die Sparer ihre bisherigen Ersparnisse ebenfalls um mindestens 2 % erhöhen. Zusätzlich zu den o. g. 2 % des ursprünglich zirkulierenden Geldes müsste daher mindestens noch einmal so viel Geld neu geschöpft werden und ins System fließen, wie die Sparer dem System entziehen, um die Kaufkraft ihrer Ersparnisse zu erhalten. D. h. insgesamt: 2 % des ursprünglich zirkulierenden Geldes plus 2 % der Summe aller bisherigen Ersparnisse. Und dies genügt nur dann, solange gerade nur so viel Geld zusätzlich gehortet wird, wie erforderlich ist, um den Kaufkraftverlust des bisher Ersparten auszugleichen. Dem nun zusätzlich gehorteten Geld stehen in gleicher Höhe zusätzliche Schulden gegenüber, die im System verbleiben. Um die daraus resultierenden Probleme zu vermeiden und eine positive Teuerungsrate beizubehalten, muss früher oder später weiteres Geld in den Umlauf gebracht werden. Schließlich streben die Notenbanken ein Inflationsziel von etwa 2% p. a. an. Angeblich, damit die Wirtschaft stabil wachsen kann.

Solange die Teuerungsrate positiv bleibt, die Wirtschaft also gesund ist, setzte sich das immer weiter fort. Das sieht sehr nach einem Schneeballsystem aus. Wenn die Realwirtschaftswachstumsrate im Mittel über der nach obigen Überlegungen benötigten Geldwachstumsrate läge (gemäß dem Buchkapitel „Die Inflation ist da!“ trifft dies wohl nicht zu), könnte man das System zwar vermeintlich für gesund halten, weil dem Anstieg der Geldmenge dann auch ein entsprechendes Wirtschaftswachstum gegenüberstünde. Dann aber verlangte das System sogar noch nach mehr Geld, damit alle zusätzlichen Wirtschaftsgüter bezahlt werden könnten. Denn im obigen Beispiel war vereinfachend nicht von einem Realwirtschaftswachstum ausgegangen worden und ein Teil des neuen Geldes wird ja gehortet. Wenn weniger als das benötigte Geld ins System gebracht wird, kommt es zu Problemen. So oder so scheint also ein Schneeballsystem vorzuliegen. Die Alternative wäre, wie gesagt, dass die Sparer weniger sparen und im Mittel immer ärmer würden, bis die Ersparnisse real auf eine unbedeutende Summe schrumpfen. Dies wäre ein anderes Krankheitssymptom (bzw. der Zusammenbruch), das zu verhindern gilt.

Mir ist bewusst, dass sich der Sachverhalt beliebig verkomplizieren lässt. Ich will nicht viel von Ihrer Zeit stehlen, aber es war mir ein Bedürfnis, die obigen Gedanken einmal loszuwerden. Über eine kurze Antwort dazu, ob ich Sie richtig verstanden habe und ob meine weiteren Überlegungen plausibel sind, würde ich mich freuen.

Und hier noch einige Ergänzungen:

1. Die Annahme, dass die Teuerung einen Spardruck auslöst, mag widersprüchlich erscheinen. Denn wer würde schon sparen wollen, wenn es sich nicht mehr lohnt. Ich meine aber, dass letztlich gar nichts anderes übrig bleibt. Veranschaulichen könnte man das auch so: Wohingegen von (positiven) Guthabenzinsen eine Art Sogwirkung ausgeht, die zum vermehrten Sparen verleitet, übt die Teuerung einen Druck aus, der zum Sparen zwingt. Zumindest scheint mir dies innerhalb gewisser Grenzen zuzutreffen. (Selbst im Falle einer Hyperinflation wird es übrigens immer schwieriger, das Geld auszugeben, und die Geldmenge steigt dann sogar ins Unermessliche). Wenn das stimmt, dann ist auch nicht zu erwarten, dass negative Guthabenzinsen das System heilen könnten, denn sie müssten ähnlich wirken. Ihre Wirkung wäre aber wenigstens nicht schädlich, da die Negativzinsen den Banken als Gewinn zufließen und diese den Gewinn dann wieder ins System bringen können (z. B. in dem sie ihre Mitarbeiter davon bezahlen oder eine Dividende ausschütten).

2. Die aufgezeigte Alternative, dass Guthaben real immer weiter schrumpfen, könnte man auch als „Zusammenbruch auf Raten“ oder „schleichende Enteignung“ betrachten. Man kann sich auch überlegen, dass es langfristig auf die Wirtschaft rückkoppelte, wenn keine ausreichenden Guthaben mehr aufgebaut werden könnten, um davon teure Anschaffungen zu finanzieren. D. h. ein Rückgang von Konsum und Investitionen wäre die Folge. Eine genauere Betrachtung führt wohl in die Wirtschaftstheorien.

3. Ob tatsächlich bereits ein Schneeballsystem vorliegt, wenn gerade nur so viel Geld gespart (bzw. gehortet, gebunkert) wird, wie erforderlich ist, um den Kaufkraftverlust auszugleichen, hängt m. E. davon ab, wie hoch die Summe der Ersparnisse (bzw. die gebunkerte Geldmenge) im Vergleich zur Menge des zirkulierenden Geldes ist. Im betrachteten Fall steigen alle Geld- und Schuldenmengen exponentiell mit der Teuerungsrate. Der Summe der Ersparnisse (bzw. der Geldspeichervorräte) steht in gleicher Höhe eine Menge an überschüssigen Schulden im System gegenüber, welche exponentiell mitwächst. Nur wenn dieses Schuldenloch kleiner ist als die Menge zirkulierenden Geldes (und folglich auch der dieser Geldmenge gegenüberstehenden Schuldenmenge), scheint mir das System stabil zu sein, weil die Größe dieses Lochs dann relativ gesehen, d. h. im Vergleich zu den übrigen Geld- und Schuldenmengen nicht an Gewicht gewinnt, auch wenn alles exponentiell wächst. Mit entsprechenden Daten könnte man das berechnen. Man könnte dann ermitteln, wie hoch die maximal zulässige Sparrate (oder Hortungsrate) ist, bzw. auf welches Niveau die Summe der Geldspeichervorräte wieder schrumpfen müsste, um das System aufrecht zu erhalten.

4. Man mag sich daran stoßen, dass „Horten“ und „Sparen“ streng genommen nicht dasselbe sind. Ich meine aber, dass diese Feinheiten in der Diskussion keine entscheidende Rolle spielen. Auch habe ich den Begriff „Sparer“ bewusst nicht genau definiert. Man mag darunter zunächst den Kleinsparer verstehen. Von mir aus aber auch Milliardäre, die darauf sparen, ein neues Privatflugzeug zu kaufen oder sich einen neuen eigenen Trump-Tower zu bauen. Ggf. auch Unternehmen, die Geldvermögen anhäufen, um es zu einem späteren Zeitpunkt investieren zu können. Man möge mir verzeihen, wenn ich wirtschaftliche Begriffe nicht korrekt anwende. Ich hoffe aber, es ist verständlich, was gemeint ist.

 

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Gepostet by on April 23, 2018 in Gastbeitrag | 1 Kommentar

Realsatire?

Hallo Herr Brichta,

ich wünschte es wäre eine Satire, aber vor dem örtlichen Supermarkt steht ein Automat, der Münzen in Gutscheine umtauscht. Ich befürchte, dass die Beschriftung des Automaten einiges über den (vermuteten) Bildungsstand zum Thema Geld der dortigen Kunden aussagt.

Ihre Mission ist noch lange nicht erfüllt, machen Sie weiter!

Herzlichen Dank dafür und viele Grüße aus Schilda,
Tom Planke

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Gepostet by on Dezember 20, 2017 in Gastbeitrag | 1 Kommentar

Geld bekommt keine Kinder

Sprach man noch vor enigen Jahren bei wirtschaftspolitischen Diskursen das Thema „Geld“ an, galt man sofort als Exote. Geld spielt keine Rolle, ist neutral. Nun wird viel über Geld geschrieben und debattiert. Aber so wie früher nur über die Realwirtschaft gesprochen wurde, redet man nun nur über das Geld. Die Frage des Zwangs zum Wirtschaftwachstum wird allein im Geldsystem gesucht. Die Ursachen hierfür werden aber nur gefunden, wenn die ganze GELDWIRTSCHAFT, – also die reale und die monetäre Seite in ihrem Zusammnspiel – untersucht wird.

Raimund Brichta und Anton Voglmaier setzen sich nur mit dem Geld auseinander. Und sie verorten den Wachstumszwang noch immer im Zinseszins-System. So als
ob das Geld sich von sich aus vermehren könnte.

Brichta schreibt: „Fasst man nun diese Masse der kleinen Erparnisse und das große Kapital auf den Bankkonten zusammen, erhält man gedanklich einen gigantischen Geldspeicher, der sich auf Grund von Zins und Zinseszins sowie zusätzlich gesparter Beträge unaufhörlich füllt.“ (S. 102)
Das heißt, dass Geld Kinder bekommt, auf den Bankkonten Zinsen gebiert. Geld, das zur bestenden Gesamtsumme der Bankkonten wundersam zuwächst.

Brichta dann weiter:
„Die Kontoeinlagen setzen sich vor allem aus Giro-, Tagesgeld-, Termingeld und Sparguthaben zusammen, wie sie jeder kennt. Bei den Giroguthaben ist zwar auch Geld dabei, das nicht gehortet wird, sondern dazu dient, laufende Ausgaben zu decken. Da sich dieser Teil nicht eindeutig vom gebunkerten Geldbeständen trennen lässt, muss er mit erfasst werden.“ (S. 103)
Das heißt nun: Alles Geld ist in den Kontoeinlagen vorhanden, gebunkertes und nicht-gebunkertes. Aber: Auch wenn ich das ganze nicht-gebunkerte Geld zum gebunkerten dazuschlage, wird es in Summe nicht mehr. Auch wenn man mit vorhandenem Geld Bankanleihen und Sparkassenobligationen erwirbt. (S. 103) So also kann der Geldspeicher nicht wachsen, auch wenn nicht gebunkertes Geld in Bankanleihen verwandelt wird. Das nicht gebunkerte Geld wandert nur vom Anleihekäufer zum Anleihebegeber, der es ausgibt.

„Wichtig ist nur, dass der gesamte Speicherinhalt über Jahre und Jahrzehnte wächst und nicht schrumpft.“ (S. 103). Aber wie wächst er?
Bisher beschäftigt sich Brichte nur mit der rechten Waagschale, der Schale der Passiven, der Verbindlichkeiten der Bank. Den Forderungen der Bankkunden., die über Zins und Zinseszins angewachsen sind.
Nun erst kommt er zur linken, der Schale der Aktiva, der Forderungen der Bank. Hier heißt es nun „Selbstverständlich müssen diese Schulden auf der Aktivseite Vermögenswerte in entsprechender Höhe gegenüberstehen, damit die Bilanz ausgeglichen ist.“ (S. 104)
Das „Müssen“ impliziert irgendwie die Vorstellung, dass es nun nach dem automatischen Wachsen der rechten Seite der Bilanz Aufgabe der Banken ist, Vermögenswerte aufzutreiben, die sie in die linke Schale ihrer Bilanzenwaage legen können. Das aber läuft so nicht. Die beiden Seiten der Bilanz werden nicht nacheinander gebucht, sondern gleichzeitig, uno actu. Und: Die Bank sucht nicht nach einem Gläubiger, sondern einem Schuldner: den Kreditnehmer, der damit auch Schuldner der Bank wird und bleibt, auch wenn das mit dem Kredit geschöpfte Geld auf ein Konto eines anderen bei der gleichen oder einer anderen Bank überwiesen wird. Und nun Gläubiger der Bank ist. Die rechte und linke Seite der Bilanz werden gleichzeitig gebucht – uno actu -, wenn sich ein Kreditnehmer gefunden hat.
Es gilt:
Niemand außer den Banken kann Geld machen, aber alle können Schulden machen. Soferne sie die Tilgung dieser durch entsprechende Sicherheiten gewähleisten können. Das aber zwingt den Kreditnehmer, den Kredit nicht zu verkonsumieren, sondern zu investieren. Um dann mit dem Verkaufserlös die Schulden zu tilgen. Damit er aber dabei auch Zinsen und Gewinn lukrieren zu kann, muss ihm der Käufer dafür mehr zahlen, als er investiert hat – also sich noch höher verschulden. Hier liegt der Zwang zum Wachtum!

Brichta aber stolpert hier in seine eigene didaktische Falle, die er ganz am Anfang selbst einbaut: Die zeitliche Trennung der beiden Waagschalen einer Bilanz: „zuerst die rechte Schale….“ (S.18), Danach die linke ..“ (S. 20) . Was vorerst als didaktisches Hilfsmittel zum einfacheren Verstehen der Buchungsvorgänge erscheinen mag, stellt sich später dann als Falle heraus, wenn er sagt:
„Das Geldvernögen rechts kann nur existieren, sofern die Banken über entsprechend hohe Forderungen aus Krediten und Wertpapieren verfügen. Dies Forderungen stellen wiederum die Schulden anderer dar – derjenigen, die Kredite aufgenommen und die Werrpapiere ausgegeben haben.“ (S. 105)
Es kann aber nur solange das Geldvermögen darstellen, wie die Schulden nicht getilgt sind. Dann nämlich kommt das zum Tragen, was Brichta auf Seitr 24 schreibt; „Jede Tilgung eines Bankkredits führt dazu, dass Geld vernichtet wird. Geld kommt mit einer Kreditvergabe und verschwindet wieder mit der Kreditrückzahlung. Das Geldvermögen mus sich dann neue Schuldner finden. Darum bemüht sich die Bank.

Es ist möglich, dass Brichta es nicht so gemeint hat. Aber so wie er es darstellt, ist der Missinterpretation die Tür geöffnet. Das ist schade, denn sein Buch mit seiner flott geschriebenen Diktion könnte bei einem breiten Publikum zur Aufklärung über unser Geldsystem beitragen. So aber hinterlässt es einenGeruch von Verschwörungstheorie. .

Ernst Dorfner

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