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Gepostet by on September 25, 2013 in Allgemein | Keine Kommentare

Chartvergleich – Dow-Jones-Index der letzten 4,5 Jahre

Ein sehr interessanter Chartvergleich aus dem heutigen Wellenreiter, einem Börsendienst, den ich sehr empfehlen kann. Er zeigt den laufenden Aufwärtstrend des Dow-Jones-Index, der seit 4-einhalb Jahren läuft und damit langsam reif für eine größere Korrektur zu werden verspricht (dick rot). Tatsächlich war der Anstieg in der Mehrzahl der hier gezeigten Vergleichsfälle ungefähr nach dieser Zeit vorbei.

Bis auf eine Ausnahme in den achtziger Jahren. Damals brach der Dow aus seinem Jahrzehntelangen Seitwärtstrend der 60-er und 70-er Jahre nach oben aus – und zwar nachhaltig. Er stieg noch bis zum Beginn des 87-er Crashs, um dann noch einmal ungefähr auf sein Ausbruchsniveau zurückzufallen, bevor es wieder nach oben ging.

Momentan versuchen DOW und DAX ja ebenfalls, sich aus einem über ein Jahrzehnt anhaltenden Seitwärtstrend nach oben zu befreien. Und genau deshalb sind dies aus meiner Sicht auch die beiden Möglichkeiten, die es gibt: Entweder ein Ende der Aufwärtbewegung wie in der Mehrzahl der Fälle und damit ein Scheitern des Ausbruchs (für mich hat diese Variante schon seit dem Frühjahr die größere Wahrscheinlichkeit) oder aber der Durchbruch mit der anschließenden „Pflicht“ weiter nach oben zu laufen.

Es bleibt dabei: Wir befinden uns in einer sehr spannenden Börsenphase!

Chartquelle: http://www.wellenreiter-invest.de/

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Gepostet by on Juni 09, 2013 in Allgemein | Keine Kommentare

Ein erstes Signal

Wie schon mehrfach betont, orientiere ich mich nicht an irgendwelchen festen Regeln, um abzuschätzen, ob der DAX-Ausbruch nach oben als nachhaltig einzustufen ist. Vielmehr mache ich dies einzig und allein vom Marktverlauf abhängig.

Und hier gibt es nun ein erste Signal, das beachtenswert ist und das ich hier deshalb unbedingt festhalten möchte: Ein idealtypischer Ausbruch erfolgt bekanntermaßen, indem der Kurs einige Zeit nach dem Ausbruch noch einmal auf das Ausbruchsniveau zurückfällt, um dann wieder nach oben abzuprallen. Genau dies ist beim DAX in der vergangenen Woche geschehen – für mich, wie erwähnt, nicht unerwartet, da der Markt nach dem jüngsten Rückfall überverkauft war und nur darauf wartete, an einer geeigneten Marke zu einer kräftigen Erholung anzusetzen.

Es ist auch nur ein erstes, kleines Signal, aber es steht nun bis auf weiteres im Chart geschrieben, und die Chancen für eine Nachhaltigkeit haben sich damit ein kleines Stück verbessert. Zwar ist auch die von mir favorisierte Top-Bildung nach wie vor möglich, aber im Zuge dieser müsste der DAX zu irgendeinem Zeitpunkt wieder unter das Ausbruchsniveau von 8.150 Punkten fallen. Warten wir’s also ab, der Sommer verspricht spannend zu werden.

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Gepostet by on Mai 24, 2013 in Allgemein | Keine Kommentare

Eine Frage der Nachhaltigkeit

Immer wieder wird mir die Frage gestellt, wann ich denn den Ausbruch des DAX (oder des S&P 500) als nachhaltig ansehen würde. Und immer wieder warne ich davor, in dieser Frage allzu voreilig zu urteilen und allzu starren Regeln zu folgen. Toni Biller zum Beispiel meint, die alten Hochs seien zu mehr als 3% überschritten, folglich sei das für ihn „ein nachhaltiger Aufbruch in neue Höhen“. Und tatsächlich ist die 3%-Regel in manchen Chartlehrbüchern nachzulesen, allerdings wird in diesem Zusammenhang meistens der Begriff „signifikant“ gebraucht. Ich sage deshalb: Ein Ausbruch mag durchaus „signifikant“ sein, damit ist er aber nicht zwangsläufig auch „nachhaltig“.

Klar ist, dass man die Nachhaltigkeitsfrage immer erst sehr lange im Nachhinein mit hundertprozentiger Sicherheit beantworten kann. Denn schließlich können immer noch Ereignisse eintreten, die einen als nachhaltig eingestuften Ausbruch wieder zunichte machen. Dies gilt selbstverständlich auch für mich. Und deshalb versuche ich, erst dann ein Urteil darüber zu fällen, wenn die Wahrscheinlichkeit, vom Gegenteil überrascht zu werden, aus meiner Sicht auf ein vertretbares Restrisiko geschrumpft ist.

Wie weit die Unsicherheit dabei gehen kann, zeigt ein eindrucksvolles Beispiel aus der Vergangenheit: In meiner Kolumne vom 8. März (http://www.teleboerse.de/kolumnen/kolumnen_brichta/Dax-am-Ziel-jetzt-Sturzgefahr-article10253136.html) hatte ich bereits darauf hingewiesen, dass sich Börsen in langfristigen Zyklen bewegen und dass die Marktentwicklung seit Anfang 2000 durchaus mit der Zeitspanne der 60er und 70er Jahre vergleichbar ist. Damals „verschnaufte“ die Börse nach einem vorangegangenen Aufschwung genauso, wie sie das in den vergangenen 13 Jahren getan hat. Als die Kurse dann aber Anfang der 80er Jahre nachhaltig über die alten Höchststände ausbrachen, war der Startschuss gefallen für den nächsten langfristigen Bullenmarkt, der fast zwei Jahrzehnte dauerte. Über nicht mehr und nicht weniger reden wir also, wenn wir versuchen, den gegenwärtigen Ausbruch als nachhaltig oder nicht nachhaltig einzustufen.

Schon die Dimensionen und die Zeiträume, um die es dabei geht, verbieten hier allzu schnelle Schlüsse. Dies umso mehr, wenn man einen Blick auf den unten stehenden DAX-Chart wirft. Er stammt vom Börsendatenlieferanten VWD, dem ich mich seit jeher eng verbunden fühle, weil dort meine journalistische Laufbahn Ende der 70er Jahre begann (damals war VWD auch noch eine Nachrichtenagentur). Der Chart zeigt den DAX-Verlauf von Anfang 1968 bis Ende 1970. Zwar gab es den DAX zu dieser Zeit noch gar nicht, aber anhand von Vergangenheitsdaten ließ er sich exakt zurückberechnen.

Wichtig zu wissen: Bis dahin – und auch danach – war für den DAX beim Stand von etwa 600 Punkten nach oben immer Schluss. In dieser Hinsicht entsprach die 600er Marke also der heutigen ‚8000er plus‘, die in den letzten 13 Jahren trotz mehrfacher Anläufe nicht geknackt werden konnte. Es gab allerdings eine Ausnahme im Jahr 1969, die im Chart deutlich zu erkennn ist. In jenem Jahr durchstieß der DAX die 600er Grenze sogar zweimal und kletterte in der Spitze bis 660 – also um zehn Prozent -, nur um anschließend wieder darunter zu fallen und den vermeintlichen Ausbruch zum Fehlsignal werden zu lassen. Danach fiel er bis auf 450 Punkte, also um gut 30 % von der Spitze. Der ganze Ausbruchsspuk dauerte damals übrigens drei bis vier Monate.

Damit will ich keinesfalls behaupten, dass es dieses Mal wieder so kommt. Ich will nur deutlich machen, dass all diejenigen, die den Ausbruch schon jetzt feiern, etwas voreilig sind. Lassen Sie uns lieber gemeinsam in aller Ruhe den Verlauf der nächsten Monate beobachten, um anschließend eine fundiertere Einschätzung treffen zu können, meint Ihr

Raimund Brichta

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Gepostet by on Juni 11, 2008 in Allgemein | Keine Kommentare

Schlaflose Nächte sind blöd

Kolumne von Raimund Brichta, erschienen am Mittwoch, den 11. Juni 2008

Die Börsenstimmung hat in den letzten Tagen einen Knacks bekommen. Die Frage ist: Renkt sich das wieder ein oder kann daraus mehr werden? Nun, fundamental sieht es zwar nach wie vor nicht schlecht aus, aber ich traue dem Braten momentan trotzdem nicht. Der Hauptgrund dafür liegt in den Bankaktien: In den USA sind viele von ihnen unter ihre Tiefststände vom März gefallen. Und in Europa hat ihnen das bereits die Deutsche Bank nachgemacht.

Dies ist ein Warnsignal erster Güte! Denn der gesamte Markt wird sich nur erholen können, wenn sich auch die Banken erholen. Ein weiteres Indiz: Die so genannten ABX-Indizes – eine Art Gradmesser für die Finanzkrise – sind ebenfalls auf neue Tiefststände gefallen. Was das bedeutet, lesen Sie bitte noch einmal in meiner Kolumne „Wer zuviel Fusel trinkt“ nach.

Ob ein neuer Knall in der Finanzbranche bevorsteht, weiß ich nicht. Aber Vorsicht ist auf jeden Fall angebracht. Das heißt: Bankaktien unter verschärfte Beobachtung stellen, DAX und Dow-Jones-Index natürlich auch.

Wird der DAX seine Schwächephase deutlich über dem März-Tief von 6.200 Punkten beenden? Das wäre ein gutes Zeichen. Oder wird er noch einmal bis dorthin fallen, um erst danach wieder nach oben zu drehen? Letzteres würde zwar mehr Nerven kosten, wäre aber auch noch okay. Nur wenn die 6.200 Punkte nicht halten sollten, ginge es vermutlich in Richtung 5.000! Und dann wäre auch längerfristig Schaden angerichtet. Denn dann hätten wir eine Situation, in der der Dow Jones seinerseits wahrscheinlich nicht die 11.700 Punkte halten könnte. Das ist aber eine Marke, die er nachhaltig nicht mehr unterschreiten darf, ohne seine guten Perspektiven für die nächsten Jahre zu verspielen.

Wie Sie als Anleger mit diesem Szenario umgehen, müssen Sie natürlich selbst entscheiden. Ich meine, dass man momentan sicherheitshalber nicht voll investiert sein muss. Schließlich riet schon Thomas Mann, am Tage mit Lust bei den Geschäften zu sein, aber nur bei solchen, die des Nachts einen ruhigen Schlaf zulassen.

Bei den gängigen Alternativen zum Aktienmarkt sieht es unter dem Gesichtspunkt des gesunden Schlafes derzeit ebenfalls nicht besonders gut aus. Anleihen zum Beispiel bieten wegen der Inflationsgefahr ein enormes Rückschlagspotenzial, vor allem bei den lang laufenden Papieren.

Und Rohstoffe? Die bieten zwar riesige Chancen, sofern die Preisblase weiter aufgepumpt wird. Ihrer Nachtruhe aber dürften auch sie abträglich sein. Denn auch hier muss man jederzeit mit einem scharfen Preiseinbruch rechnen. Glauben Sie vor allem jenen Bauernfängern nicht, die behaupten, der Rohstoff-Preisanstieg sei nur auf fundamentale Gründe zurückzuführen. Das ist Unsinn. Am Ölmarkt zum Beispiel wird inzwischen jedes Fass, das aus dem Boden kommt, 500- bis 1000-mal gekauft und wieder verkauft, bevor es beim Verbraucher ankommt. Alles fundamentale Geschäfte? Hah ha! Eine gigantische Finanzblase ist das, die auf den realen Markt aufgepfropft ist. Man nennt sie auch Terminmarkt.

Ganz große Schlaumeier behaupten sogar Folgendes: Die Spekulation könne mit den Preissprüngen gar nichts zu tun haben, denn diese seien bei denjenigen Rohstoffen am größten, für die es gar keinen Terminmarkt gibt! Das ist dreist. Denn dabei verschweigen sie, dass die großen Finanzjongleure die besten Möglichkeiten haben, auch in diese Märkte einzugreifen. Sie schließen einfach Geschäfte mit fester Lieferverpflichtung für die Zukunft auch außerhalb von Börsen ab. Das nötige Geld als Sicherheit dafür bringen sie selbstverständlich mit. Und damit schaffen sie sich selbst eine Art Terminmarkt, der dem unbedarften Beobachter allerdings verborgen bleibt. Es gibt nichts, was es nicht gibt!

Passen Sie in nächster Zeit also besonders gut auf Ihr Geld auf, damit Sie stets beruhigt zu Bett gehen können.

Dies wünscht Ihr
Raimund Brichta

Quelle:
http://www.n-tv.de/deleteMe/migration/Schlaflose-Naechte-sind-bloed-article429859.html

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