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Gepostet by on November 07, 2014 in Allgemein | 3 Kommentare

50.000 Telebörsen – und trotzdem keine Aktien

Am Montag wird die 50.000ste Telebörse ausgestrahlt. Aus diesem Anlass hat die Deutsche Presse-Agentur (dpa) Raimund Brichta in der Kölner Sendezentrale von n-tv besucht:

50 000 mal «Telebörse» und Raimund Brichta mag’s immer noch
Von Christoph Driessen, dpa

Seit 20 Jahren moderiert Raimund Brichta die «Telebörse» bei n-tv. Am Montag läuft die 50 000. Sendung. Brichta liebt die Börse. Aber Aktien hat er nicht. Und zwar aus einem sehr guten Grund.

Köln (dpa) – Dieses Jubiläum kann es im deutschen Fernsehen noch nicht allzu oft gegeben haben: Die «Telebörse» von n-tv feiert ihre 50 000. Sendung und ist damit neben den öffentlich-rechtlichen Nachrichtenformaten die Sendung mit den meisten Ausgaben im deutschen Fernsehen. Am Montag (10. November) um 9.10 Uhr steht die Jubiläumsausgabe an.

Raimund Brichta ist der Veteran der «Telebörse». Seit die Sendung des Nachrichtenkanals 1994 startete, ist er dabei. Damals gab es nur eine Ausgabe am Tag, heute sind es 17.

Brichta wird sein Job nie langweilig. «Ich liebe die Börse – und die Berichterstattung darüber.» Sein Alter von 55 Jahren sieht er als Vorteil – ihn haut nichts mehr um: «Crash ’87, dann die Krise um das Jahr 2000 rum, der Einbruch 2008», die Lektion, die er dabei gelernt hat, lautet: «Es kommt alles wieder. Und es erholt sich danach wieder.»

Die größte Zeit der Börsensendungen war natürlich Ende der 90er Jahre, als es kurzzeitig so aussah, als würden alle Deutschen Aktionäre werden. Die «Telebörse» hatte damals Telefonaktionen: Freitagsabends war für zwei Stunden ein Experte zu Gast, und die Zuschauer konnten anrufen und haben wild gefragt: Was macht die und die Aktie nächste Woche? Danach stiegen oder fielen dann auch tatsächlich die Kurse, je nachdem, was der Experte gesagt hat. Dieser Hype war nach dem Absturz im Jahr 2000 passé. Die Quoten der Sendung gingen nach n-tv-Angaben aber nie in den Keller und liegen heute mindestens um das Dreifache über dem Senderdurchschnitt.

Brichta glaubt, dass die Börsianer die besten Zeiten noch vor sich haben. Seine persönliche Prognose: «Ein Dax so in Richtung von 50 000 in zehn bis 15 Jahren.» Klingt viel. «Aber wenn Sie bedenken, dass wir vor dem letzten Aufschwung – 20 Jahre dauerte der, von Anfang der 80er Jahre bis Anfang des neuen Jahrtausends – dass wir da bei einem Dax-Stand von 600 waren!» Wobei der von ihm prognostizierte Aufschwung durchaus mal von dem einen oder anderen Crash unterbrochen werden kann. «Das wird aber nichts daran ändern, dass es im Trend nach oben geht.»

Brichta kennt einen todsicheren Trick, um den Moment zu erkennen, in dem man dann doch verkaufen muss: Wenn er sich jemals mal wieder ins Taxi setzt und vom Fahrer gefragt wird «Wie isses, was soll ich kaufen?», dann wird’s Zeit, Gewinne mitzunehmen, sagt er. Wobei: Er selbst hat gar keine Aktien. «Ich habe festgestellt, wenn ich nicht selbst engagiert bin an der Börse, habe ich als Analytiker einen viel freieren Blick. Wenn man selbst engagiert ist, hat man eher einen Tunnelblick, so nach dem Motto «Ja, ich habe die Aktien jetzt gekauft, das wird schon werden», und wenn man dann negative Nachrichten kriegt, ist man versucht, die auszublenden. Das hab‘ ich jetzt nicht.»

Zudem rechnet er langfristig durchaus auch mit Horrorszenarien. So ist er zum Beispiel davon überzeugt, das der Euro auseinanderbrechen wird und dann irgendwann eine neue Währungsreform nötig sein wird. «Das sehen auch andere so: Dieses Geldsystem, so wie es jetzt konstruiert ist, muss langfristig mal wieder auf Null gesetzt werden.»

So revolutionäre Gedankenspielereien würde man ihm gar nicht unbedingt zutrauen, wenn er frisch gekämmt an seinem Moderatorentisch steht und den Tagesverlauf des Dax kommentiert. Aber das ist eben ein ganz großer Irrtum, sagt er: Die Börse sei der Ort des freien Denkens. Mitläufer könnten dort nie den ganz großen Erfolg haben: «Diejenigen, die am freiesten denken, haben langfristig auch die besten Ergebnisse. Wer eingefahren in irgendwelchen Kategorien denkt, hat an der Börse schon verloren.»

– [Streitgespräch zwischen Raimund Brichta und Friedhelm Busch](http://dpaq.de/iwaXe)

– [Raimund Brichta erklärt, wie das Geld in die Welt
kommt](http://dpaq.de/aEEuF

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Gepostet by on September 01, 2014 in Allgemein | 4 Kommentare

„Ein gutes Einstiegsbuch“

„Der Monetarian“ schreibt in seiner Rezension bei Amazon:

„Inhaltlich hat das Buch zwar an der einen oder anderen Stelle zwar ein Schwächen und Ungenauigkeiten. Nichts desto trotz dennoch ein gutes, weil einfach und verständlich geschriebenes Einstiegsbuch in gewichtige Problematiken unseres Geld- und Finanzsystems.

Was die Schwächen des Buches angeht, so liegen diese vor allem in den Ausführungen zu Inflation und Deflation. Hier basiert das Buch noch zu sehr an Ausführungen seitens der orthodoxen Mainstream-Ökonomie.“

http://ow.ly/AWYe0

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