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Gepostet by on Oktober 04, 2013 in Allgemein | Keine Kommentare

5 Sterne auf Amazon.de – erste Kundenrezension

Hervorragend!
von Michael Ahrens am 2. Oktober 2013

„Ein wirklich hervorrangendes Buch! Einfach zu verstehen; einfach nachzuvollziehen.

Ich empfehle dieses Buch uneingeschränkt jedem. Mit diesem Buch versteht man sehr viel besser, was die Krisen der heutigen Zeit wirklich auslöst.

Kritik ? Von meiner Seite keine. Ich hätte mir lediglich einen Punkt gewünscht: Eine klare Darstellung, dass bei der Kreditvergabe immer nur die Geldmenge für den Kredit selbst erschaffen wird… nie das Geld für die Zinsen !!!

Wenn also das Geld für die Zinsen im System nicht vorhanden ist, dann kann das (gesamte) System niemals Schuldenfrei werden.

(Mindestens) Einer ist also immer der Looser… Personen, Firmen, Länder… je nach Blickwinkel…“

Kommentare

Jörg Buschbeck meint:
>>>>Eine klare Darstellung, dass bei der Kreditvergabe immer nur die Geldmenge für den Kredit
selbst erschaffen wird… nie das Geld für die Zinsen !!!

Diese im Internet populäre Problematik stimmt ja auch gar nicht. Man kann mit einem aus Kredit erschaffenen Zahlungsmittel so lange zahlen, bis dieser Kredit getilgt wird oder das Zahlungsmittel dauerhaft in Geldhaltung gespart. Der Neuverschuldungsbedarf ergibt sich deshalb immer aus den Salden der Kredittilgungen und der Zahlungsmittelblockierung durch Geldsparen. Man kann sehr wohl ohne Kreditwachstum auch die Zinsen zahlen, wenn der Gläubiger mit seinen (Zins) Einkommen beim Schuldner kauft.

nb meint:
Richtig ist, daß Zinsen und auch Gewinne als Einkommen für Käufe genutzt werden können – aber erst NACH ihrer Realisierung, im nächsten Zeitabschnitt. Also Zins & Gewinn aus Periode (P) I erst in P II, aus P II erst in P III usw. Kein Problem, möchte man zwar meinen, wenn denn die Beträge aus beiden Perioden jeweils gleich hoch sind – aber was ist mit Zins & Gewinn aus der allerersten Verschuldungsperiode? Wie wurden DIE bezahlt, wenn es aus der Zeit davor vorher noch gar keine Zins- & Gewinneinkünfte gab?

Richtig ist allerdings auch, daß dies – gerade auch bei den heutigen niedrigen Zinssätzen – nur eine untergeordnete Rolle spielt, weil die Spar- bzw. Thesaurierungsquoten wesentlich höher liegen und somit dort die eigentliche Musik spielt.

Daher macht Brichta auch nicht viel falsch, wenn er die Zinsproblematik ignoriert und sich auf das „Sparen“ konzentriert – eine Wirtschaft ohne Sparen wäre ohnehin nur theoretisch und damit für die Darstellung der Praxis der Geldwirtschaft irrelevant.

Raimund Brichta meint:
@nb: Ich ignoriere die Zinsproblematik in dem Buch doch gar nicht – ganz im Gegenteil: Ich spreche sie an und analysiere sie so, wie Jörg Buschbeck schreibt: Der Zins ist so lange kein Problem, wie er sofort wieder ausgegeben wird und im Kreislauf verbleibt. Dass dies jedoch nicht realistisch ist, kann sich jeder vorstellen. Für den Sparer ist die Geldvermehrung durch den Zins ja sogar ein wichtiger Anreiz, sein Geld zu horten. Er gibt ihn selbstverständlich nicht sofort wieder aus.

Insofern vermisst der liebe Rezensent Michael Ahrens die von ihm gewünschte Darstellung also zu Unrecht. Sie wäre nämlich, so wie von ihm gefordert, gar nicht richtig.

Allerdings ist dies hier schon eine Diskussion auf äußerst hohem Niveau. Ich bitte dabei zu berücksichtigen, dass sich das Buch in erster Linie an Leute richtet, die sich mit der Geldproblematik bisher noch nicht befasst haben. Und für die ist das, worüber Sie hier diskutieren, reines „Fachchinesisch“.

Wir sollten alle daran arbeiten, dass möglichst viele verstehen, was hinter unserem Geld steckt.

Jörg Buschbeck meint:
Aber man kann in der laufenden Periode auch die Kapitalerträge der Vorperioden konsumieren bzw. real investieren, jenseits von irreführenden Einzelkreditbetrachtungen gibt es kein unlösbares Problem. Diese „der Zins fehlt“ Geschichte wird ja gern für eine Argumentation des alternativlosen Crashs verwendet, dabei muss man nur das Geldsparen zumindest ab einem bestimmten Betrag sanktionieren, wenn man das Schuldenwachstum stoppen will. Sparen ist ja Geldsparen und Sachwertsparen, müssen halt die Bedingungen für Sachwertsparen vergleichsweise besser werden.

nb meint:
Zu den „„Kapitalerträgen“: Die aus dem Sparen der Vorperioden resultierenden sog. Kapitalanlagen bestehen entgegen landläufiger Meinung nur zu einem Bruchteil aus ‚‚reinem‘ Geldvermögen (Guthaben auf Giro-, Festgeld- und ähnlichen Konten mit täglicher Fälligkeit bzw. Verfügbarkeit) – der übergroße Rest sind Anleihen (von Staat, Unternehmen, Banken), Aktien, Immobilien, Edelmetalle usw., die im Bedarfsfall erst einmal zu Geld gemacht („„liquidiert“) werden müßten (und zu einem großen Teil gar nicht Vermögen der „“breiten Masse“ dastellen, sondern Superreichen gehören, die davon ohnehin kaum etwas „„auf den Markt werfen“ – allein die Familie Quandt hat jüngst über 500 Mio. €€ an Dividende von BMW eingesackt).

Leider bringen auch Brichta/Voglmeier in ihrem Buch den Unsinn von „“Geldmassen“, die in diversen „„Auffangbecken“ am Kapitalmarkt unterwegs bzw. gelagert seien und sogar weiterer Becken bedürfen, da sie sonst in die Realwirtschaft überschwappen und dort „„Inflation“ bzw. steigende Preise bewirken würden – Fukushima, mit dem vielen und weiter ansteigenden Man-weiß-nicht-wohin-damit-Wasser, läßt offenbar grüßen.

Am Beispiel der typischen „„Geldanlage“ Kapital-Lebensversicherung sei dargestellt, wie es sich wirklich verhält:

Die Einzahlungen der Versicherten werden, analog zum Kapitaldeckungsprinzip in der privaten Krankenversicherung, in Anlagegüter investiert, z.B. in Anleihen des Staates BRD – der es umgehend, sofern nicht bloß zur Umschuldung, für die Bezahlung von Gehältern, Dienstleistungen, etc. verwendet. Und auch die Empfänger dieses Geldes bezahlen damit u. a. ihre Schulden – womit das per Kredit „“geschöpfte“ Geld sukzessive wieder verschwindet (!).

Die Lebensversicherung ihrerseits sorgt nun dafür, daß die Kapitalanlagen möglichst rentabel sind, damit außer Kosten auch Gewinne anfallen und sie nach zwölf Jahren, am Ende der Laufzeit, auch den Auszahlungen für die Kunden abwerfen – zumindest theoretisch. Denn praktisch läuft es im Normalfall so, daß die Anlagen zwar ständig erneuert, unterm Strich aber nicht aufgelöst, sondern gehalten bzw. aufgestockt werden – und daß stattdessen die Beiträge der Neukunden für die Auszahlungen an die Altkunden verwendet werden.

Das ist solange kein Problem, wie die Bevölkerungszahl in etwa stabil bleibt. Auch eine mögliche „“Schieflage“ der Versicherung ließe da nichts anbrennen – zur Bedienung der Kundenansprüche sind ja dann die Anlagegüter da, deren „„Liquidierung“ in einem ansonsten intakten wirtschaftlichen Umfeld ohne nennenswerte Verluste machbar ist.

Doch wehe, wenn die demographische oder eine andere allgemeine Krise kommt – dann kommen die Versicherungen nicht drumherum, die Anlagen zu veräußern. Aber wer soll diese, ohne Wertverlust, kaufen, wenn schon die Einzahler weniger werden?

Und vor allem, auch in „„normalen“ Zeiten: mit was für Geld? Das frühere ist ja nicht mehr da, durch Schuldentilgung an anderer Stelle längst verschwunden (siehe weiter oben). Also: NEUES Geld – und das gibt es nur über neuen Kredit (oder via Ankauf durch die EZB, im Rahmen einer neuen „„kreativen“ Geschäftspolitik?).

Oder erbarmt sich dann die Familie Quandt? Die bräuchte wohl keinen Kredit dafür, könnte es aus der Portokasse bezahlen.

Aber auch das würde nichts daran ändern: Neue Sparer müssen her, damit alte Sparer bedient werden können.

Raimund Brichta meint:
@nb: Wenn wir im Buch von den „Sammelbecken“ sprechen, dann beziehen wir uns im Kapitel Inflation auf die Quantitätsgleichung

M x V = P x Y,

die NUR Transaktionen in der Realwirtschft berücksichtigt. Vollkommen außen vor gelassen werden dabei jene Transaktionen, die sich ausschließlich im Finanz- und Vermögenssektor abspielen und die NICHT ins BIP einfließen.

Wir aber stellen der Quantitätsgleichung für die Realwirtschaft eine für den Finanzsektor zur Seite. Nur beide zusammengenommen ergeben nämlich ein vollständiges Bild.

Die Transaktionen im Finanzsektor finden somit in einem „Sammelbecken“ statt, das die herkömmliche Ökonomie gänzlich ignoriert. Für sie kommt es dann lediglich zu einer Verlangsamung der Umlaufgeschwindigkeit V, wenn sich die Geldmenge stark erhöht, Preise und BIP aber nicht im gleichen Ausmaß.

Ist die Formulierung „Sammelbecken“ für Sie damit verständlich? Es handelt sich nur um die Beschreibung für o.g. Sachverhalt.

Jörg Buschbeck meint:
Die Staatsanleihe ist kein gutes Beispiel – wenn die Privaten wirklich Ausgabeüberschüsse machen, machen die Staaten automatisch Einnahmeüberschüsse. Das Problem der Schrumpfung liegt eher bei den Sachwerten, da hilft nur konsequente Nullzinspolitik, um die Sachwerte über den Rediskonstierungssatz oben zu halten.

>>>Neue Sparer müssen her, damit alte Sparer bedient werden können.

Neue Schuldner braucht das Land, wenn die alten Sparer weiter Geld sparen wollen, während die Kredite aus der Vorfinanzierung ihres gesparten Einkommens frühere Tilgungstermine haben. Dies ist unser Problem – Neugeldsparen plus Kredittilgugen liegen bei fast 20% BIP – und dafür fehlen uns inländisch die privaten Neuschuldner bzw. Nachschuldner.

nb meint:
>>>Die Staatsanleihe ist kein gutes Beispiel – wenn die Privaten wirklich Ausgabeüberschüsse machen, machen die Staaten automatisch Einnahmeüberschüsse. Das Problem der Schrumpfung liegt eher bei den Sachwerten, da hilft nur konsequente Nullzinspolitik, um die Sachwerte über den Rediskonstierungssatz oben zu halten.

Das war eigentlich nicht das Thema weiter oben; anstatt der Staatsanleihe hätte ich auch die Unternehmensanleihe oder was anderes nehmen könen – es ging nur darum, zu zeigen, was mit dem ursprünglichen Geld aus dem Sparen passiert: es geht von „Hand zu Hand“, wird auch zur Schuldentilgung verwendet und verschwindet dadurch.

>>>>>>Neue Sparer müssen her, damit alte Sparer bedient werden können.

>>>Neue Schuldner braucht das Land, wenn die alten Sparer weiter Geld sparen wollen, während die Kredite aus der Vorfinanzierung ihres gesparten Einkommens frühere Tilgungstermine haben. Dies ist unser Problem – Neugeldsparen plus Kredittilgugen liegen bei fast 20% BIP – und dafür fehlen uns inländisch die privaten Neuschuldner bzw. Nachschuldner.

Voll korrekt – auch das kein Thema.

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Gepostet by on Oktober 01, 2013 in Allgemein | 5 Kommentare

Die Wahrheit über Schulden

Der Streit über Regierungshaushalt und Schuldengrenze in den USA hält viele in Atem. Er scheint vor allem jene zu bestätigen, die einen Schuldenabbau fordern. n-tv-Moderator Raimund Brichta hält dagegen: Staatsschulden können gar nicht nachhaltig abgebaut werden, meint er, zumindest nicht auf reguläre Weise. Warum, beschreibt er in seinem neuen Buch „Die Wahrheit über Geld“. Diese Wahrheit beinhaltet für ihn auch …

… die Wahrheit über Schulden

Deutsche Politiker sind stolz auf ihre sogenannte Schuldenbremse. Sie hat zwar noch gar nicht unter Beweis gestellt, ob sie wirklich funktioniert, aber wenigstens aus der Ferne betrachtet – sie soll ja erst 2019 richtig greifen – macht sie etwas her. Allerdings reicht schon ein Blick in die USA, um zu begreifen, dass sie wohl niemals greifen wird.

In den Vereinigten Staaten gibt es eine Schuldenbremse nämlich schon seit Langem. Dabei meine ich nicht die gesetzlich festgelegte Obergrenze für den staatlichen Schuldenberg. Dieser Deckel wird einfach immer dann angehoben, wenn er erreicht ist. Nein, ich meine ein Gesetz, das in den 80er Jahren von den damaligen Senatoren Gramm und Rudman initiiert worden war und das für einen ausgeglichenen Haushalt sorgen sollte.

Vermutlich haben Sie noch nie etwas von diesem Gesetz gehört. Richtig? Dabei machten die amerikanischen Politiker damals genauso viel Brimborium darum wie jetzt unsere Regierenden um die Schuldenbremse. In den USA traten die Bestimmungen 1985 in Kraft und wurden 1987 noch einmal überarbeitet. Damals lagen die US-Bundesschulden bei etwa 2,3 Billionen Dollar, inzwischen sind es fast 17 Billionen. Sie haben sich seither also mehr als versiebenfacht. Was für eine Bremse! Oder war es doch eher ein Gaspedal?

Bei näherer Betrachtung wird auch klar, warum eine solche Bremse gar nicht funktionieren kann. Denn die Staatsschulden sind ein wichtiger Bestandteil der gesamten Schulden, die wiederum eine unverzichtbare Voraussetzung sind für unser Geldvermögen. Ja, Sie lesen richtig: Unserem Geldvermögen auf der einen Seite müssen zwangsläufig ebenso hohe Schulden gegenüberstehen. Sonst gäbe es das Geldvermögen nicht. Wenn zum Beispiel Millionen von Sparern Jahr für Jahr in Versicherungen investieren, um fürs Alter vorzusorgen, basiert ihr wachsendes Vermögen zu einem großen Teil auf den wachsenden Schulden anderer – zum Beispiel des Staates in Form von Staatsanleihen.

Erst kürzlich meldete die Allianz, dass das weltweite Geldvermögen auf Rekordhöhe gestiegen sei – trotz der Schuldenkrise, hieß es dann oft in Kommentaren. Dabei ist dies gar kein Gegensatz, sondern eher eine logische Konsequenz. Zu dieser Seite der Medaille hat die Allianz aber nichts gesagt: Wenn das Geldvermögen wächst, was wir alle wünschen, müssen auch die Schulden wachsen.

Und jetzt stellen Sie sich vor, die Schulden würden in größerem Umfang abgebaut. Wie sollte das geschehen, ohne gleichzeitig auch die Geldvermögen anzugreifen? Ein Ding der Unmöglichkeit! Sinkende Staatsschulden zögen vielmehr auch schrumpfende Geldvermögen nach sich. Es sei denn, private oder ausländische Schuldner würden für den Staat in die Bresche springen und sich ihrerseits noch mehr verschulden. Aber das ist unrealistisch, weil auch die privatwirtschaftlichen Schulden schon jetzt teilweise exorbitant hoch sind.

Trotzdem hört man immer wieder Leute, die sich für einen staatlichen Schuldenabbau stark machen. Es ist eben einfacher zu fordern „raus aus den Schulden!“, als zu verlangen „Weg mit eurem Vermögen!“ Man nimmt solche Menschen ernst und lädt sie in Talkshows ein, wo sie mit wichtiger Miene einem Millionenpublikum erklären dürfen, was ihrer Meinung nach zu tun ist. Leute, die für einen Vermögensabbau eintreten, hört man dagegen kaum. Nur manchmal – und dann eher aus der linken Szene, der es dabei aber hauptsächlich um das Geld der Reichen geht. Allerdings nimmt man diese Menschen in der Regel nicht so ernst wie die anderen, die den Schuldenabbau fordern – obwohl beide Appelle dieselbe Wirkung hätten, würde man sie befolgen.

Die Devise ‚raus aus den Schulden‘ mag also für den Einzelnen sinnvoll sein – für die Masse der Vermögensbesitzer ist sie es nicht, meint Ihr

Raimund Brichta

„Die Wahrheit über Geld“ bei Amazon

Quelle: n-tv.de

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Gepostet by on September 30, 2013 in Allgemein | Keine Kommentare

Buchrezension von Helmut Reinhardt auf www.cashkurs.com

Was genau ist eigentlich Geld? Ein Schein? Eine Münze? Ein Kontostand? Und wo kommt es her? Wie entsteht es? Und was bedeutet das für uns alle – für Konsum, Kredite, Altersvorsorge und vieles mehr? All das sind Fragen, mit denen Sie sich – liebe Cashkurs-Leser – mit Sicherheit schon beschäftigt haben. Ich selbst hatte angefangen Antworten zu suchen, als mich im Jahre 1999 meine damals dreijährige Tochter fragte, wo denn eigentlich das Geld herkomme. Es war allein diese Frage, die vieles bis heute in meinem Leben und Denken nachhaltig verändert hat. Die Antworten dazu können Sie in vielen meiner früheren Artikel nachlesen, die hier auf cashkurs.com erschienen sind. Überhaupt war diese eine Frage des kleinen Mädchens letztendlich der Beginn einer Reise und der Grund warum ich mich bis heute auch hier auf cashkurs.com mit den Begebenheiten der Finanzwelt und -politik auseinandersetze.

Nichtsdestotrotz sollte man niemals denken, angekommen zu sein und glauben man hätte das System nun endgültig verstanden. Zu oft musste ich in der Vergangenheit bis dahin geglaubte Überzeugungen über Bord werfen und neue Denkweisen und -richtungen zulassen. Doch manchmal gibt es auch Bestätigungen und weitreichende Übereinstimmung. Und genau aus diesem Grund möchte ich Ihnen heute das neue Buch „Die Wahrheit über Geld“ des bekannten n-tv Moderators und Börsenkommentators Raimund Brichta vorstellen, der als Dipl.-Volkswirt 2008 mit dem State-Street-Preis für Finanzjournalisten ausgezeichnet wurde.

Co-Autor des Buches ist der studierte Betriebswirtschaftler und Jurist Anton Vogelmaier. Neben seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt in Berlin hat sich Vogelmaier bundesweit einen Namen als Wirtschaftsjournalist und Spezialist für den Geld- und Kapitalmarkt gemacht.

Zunächst einmal sei gesagt, dass es großen Spaß macht, das Buch zu lesen. Der Stil erinnert ein wenig an Dirk Müllers erstes Buch „Crashkurs“. Es ist unterhaltsam und teils witzig. Eigentlich trockener Stoff – wie die Behandlung der buchhalterischen Seite durch Darstellungen einer Bankbilanz – werden im Text auflockernd und teils amüsant erklärt.

Besonders gelungen und auflockernd sind die Gespräche zwischen den Autoren, die im Buch abgedruckt sind. An dieser Stelle ein kleiner Auszug dazu:

[…] „Manche Leser, Raimund, mögen es vermutlich immer noch nicht glauben, dass eine Bank, die Geld „verleiht“, dieses Geld im Moment der Kreditvergabe erst macht, also „schöpft“. Im Alltagsbewußtsein nimmt man doch an, man könne nur das verleihen, das man auch hat.“

„Beim Geld muss man das Alltagsbewußtsein eben über Bord werfen. Wir haben ja Schritt für Schritt gezeigt, was beim Geldmachen in einer Bankbilanz passiert.“

„Das Problem ist nur, dass man einer Bank beim Geldschöpfen in der Praxis nie so über die Schulter schauen und in die Bilanz gucken kann, wie wir es dargestellt haben. All die Dinge passieren schließlich im Verborgenen.“

„Deshalb haben wir sie ja ans Licht geholt.“ S. 40 […]

Die Autoren halten sich auch keineswegs mit klaren Aussagen zurück. So zum Beispiel zur weiteren Zinsentwicklung:

[…] Da im fortgeschrittenen Stadium unseres Geldwesens niedrige Zinsen also unerlässlich sind, rechnen wir damit, dass uns diese noch sehr, sehr lange erhalten bleiben – vermutlich sogar, bis sich ein Kollaps bereits am Horizont abzeichnet. In einigen Bereichen dürften die Zinsen sogar längere Zeit unter Null rutschen. Für Notenbanken beispielsweise sind solche Negativzinsen eine ernsthafte Option. S. 194 […]

Ebenfalls nehmen die Autoren eindeutig zum Thema Euro und Währungsunion Stellung. Im Kapitel „Das Ende ist nicht mehr aufzuhalten“ positionieren sie sich entschieden und drastisch, indem sie den Zerfall der fehlkonstruierten Gemeinschaftswährung vorhersagen. Freilich drücken sich Brichta und Voglmaier verständlicherweise vor einer genauen zeitlichen Voraussage und überlassen diesen Part lieber dem Unternehmensberater und Buchautoren Winfried Neun, der sich mit dieser Frage aus Sicht der Wirtschafts- und Massenpsychologie beschäftigt hat. Dieser wagt konkrete Prognosen aufgrund psychologischer Erkenntnisse:

[…] Winfried Neun: Der Euro durchläuft zurzeit eine psychologisch kritische Phase. Im Euroraum baut sich eine Stimmung auf, die mehr die negativen Seiten des Euro wahrnimmt als dessen Vorteile. Dies führt zu einer Dauer-Stimmungsbelastung, welche sehr anfällig für radikale – das heißt extreme – Entscheidungen ist. […] Zu viel an negativen Referenzen ist im kollektiven Gedächtnis der Eurobürger gespeichert. Ein Aus des Euro scheint unausweichlich. Bei näherer Betrachtung zeigen sich in einzelnen Ländern schon klare Ausstiegssignale und Überlegungen zur Rückführung in die Einzelwährungen. Die intensive Kritik an einzelnen Staaten vernichtet jedes kollektive Bewusstsein und wiegt schwerer als die Hoffnung auf Besserung. Ein derartiger Zustand kann drei bis fünf Jahre andauern – endet jedoch meistens in einer dramatischen Reaktion. Spätestens im Jahr 2015 scheint dieser Punkt für den Euro erreicht zu sein, vorausgesetzt, dass alle bisherigen Verhaltensmuster der Euroländer beibehalten werden und eine ökonomisch und finanziell intensivierte Eurogemeinschaft nicht möglich wird.

Brichta/Voglmaier: Heißt das konkret, Sie rechnen mit einem Euro-Aus spätestens 2015?

Winfried Neun: Ja, die Gefahr ist in der Tat groß. Gleichgültig, ob ein komplettes Aus als Szenario eintreten wird oder aber eine Reduktion des Euro auf „Kernmitglieder““ welche den Stabilitätskriterien nachhaltig gerecht werden: Spätestens 2015 wird die Währungsunion eine andere sein als heute. […]

Das Buch „Die Wahrheit über Geld“ ist in meinen Augen ein unbedingter Lesetipp. Alle wichtigen Dinge und Belange des Geldes wie beispielsweise die Problematik der heutigen Geldschöpfung, die Unterschiede von Zins und Zinseszins, die Fehlkonstruktion des Euro, Schwund- und Goldgeld etc. werden sehr verständlich und unterhaltsam erklärt und besprochen. Das Buch erscheint am kommenden Dienstag, den 1. Oktober und ist in jeder guten Buchhandlung erhältlich.

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Gepostet by on September 25, 2013 in Allgemein | Keine Kommentare

Chartvergleich – Dow-Jones-Index der letzten 4,5 Jahre

Ein sehr interessanter Chartvergleich aus dem heutigen Wellenreiter, einem Börsendienst, den ich sehr empfehlen kann. Er zeigt den laufenden Aufwärtstrend des Dow-Jones-Index, der seit 4-einhalb Jahren läuft und damit langsam reif für eine größere Korrektur zu werden verspricht (dick rot). Tatsächlich war der Anstieg in der Mehrzahl der hier gezeigten Vergleichsfälle ungefähr nach dieser Zeit vorbei.

Bis auf eine Ausnahme in den achtziger Jahren. Damals brach der Dow aus seinem Jahrzehntelangen Seitwärtstrend der 60-er und 70-er Jahre nach oben aus – und zwar nachhaltig. Er stieg noch bis zum Beginn des 87-er Crashs, um dann noch einmal ungefähr auf sein Ausbruchsniveau zurückzufallen, bevor es wieder nach oben ging.

Momentan versuchen DOW und DAX ja ebenfalls, sich aus einem über ein Jahrzehnt anhaltenden Seitwärtstrend nach oben zu befreien. Und genau deshalb sind dies aus meiner Sicht auch die beiden Möglichkeiten, die es gibt: Entweder ein Ende der Aufwärtbewegung wie in der Mehrzahl der Fälle und damit ein Scheitern des Ausbruchs (für mich hat diese Variante schon seit dem Frühjahr die größere Wahrscheinlichkeit) oder aber der Durchbruch mit der anschließenden „Pflicht“ weiter nach oben zu laufen.

Es bleibt dabei: Wir befinden uns in einer sehr spannenden Börsenphase!

Chartquelle: http://www.wellenreiter-invest.de/

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Gepostet by on Juni 09, 2013 in Allgemein | Keine Kommentare

Ein erstes Signal

Wie schon mehrfach betont, orientiere ich mich nicht an irgendwelchen festen Regeln, um abzuschätzen, ob der DAX-Ausbruch nach oben als nachhaltig einzustufen ist. Vielmehr mache ich dies einzig und allein vom Marktverlauf abhängig.

Und hier gibt es nun ein erste Signal, das beachtenswert ist und das ich hier deshalb unbedingt festhalten möchte: Ein idealtypischer Ausbruch erfolgt bekanntermaßen, indem der Kurs einige Zeit nach dem Ausbruch noch einmal auf das Ausbruchsniveau zurückfällt, um dann wieder nach oben abzuprallen. Genau dies ist beim DAX in der vergangenen Woche geschehen – für mich, wie erwähnt, nicht unerwartet, da der Markt nach dem jüngsten Rückfall überverkauft war und nur darauf wartete, an einer geeigneten Marke zu einer kräftigen Erholung anzusetzen.

Es ist auch nur ein erstes, kleines Signal, aber es steht nun bis auf weiteres im Chart geschrieben, und die Chancen für eine Nachhaltigkeit haben sich damit ein kleines Stück verbessert. Zwar ist auch die von mir favorisierte Top-Bildung nach wie vor möglich, aber im Zuge dieser müsste der DAX zu irgendeinem Zeitpunkt wieder unter das Ausbruchsniveau von 8.150 Punkten fallen. Warten wir’s also ab, der Sommer verspricht spannend zu werden.

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