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Was halten Sie von diesem Vorschlag?

8. Oktober 2017 von in Gastbeitrag | 4 Kommentare

Hallo Herr Brichta,

Sie haben ja in Ihrem Buch sowohl Gesells Schwundgeld-Idee als auch die Vollgeldreformer als nicht ausgereifte/unzureichende Versuche zur Weiterentwicklung/Stabilisierung unserer Geldordnung beschrieben.

Was halten Sie denn vom Vorschlag von Herrn Buscheck:

https://guthabenkrise.wordpress.com/2013/10/12/wie-man-gesells-friedens-idee-ohne-das-unbeliebte-gesell-geld-umsetzt/

Ich glaube in Ihrem Buch herauszulesen, dass Sie eine Weiterentwicklung der Geldordnung als notwendig erachten, selber aber auch noch keinen stringenden Lösungsansatz gefunden haben und Sie daher wie wir alle bei
dem Spiel (wie Herr Müller von Cashkurs) einfach weiter mitspielen.

mit freundlichen Grüßen

Stefan Freichel

4 Kommentare

  1. Letztendlich müssen wir alle „mitspielen“, lieber Herr Freichel. Das gilt auch für diejenigen, die glauben, schon eine Lösung gefunden zu haben. Umgesetzt werden solche Lösungen zu unseren Lebzeiten sowieso nicht mehr, da bin ich mir sicher.

    Was ist denn die Quintessenz von Herrn Buschbecks „Lösungsvorschlag“?

    Herzlicher Gruß
    Raimund Brichta

    • Natürlich spielen wir alle weiterhin mit (ich eher weniger erfolgreich). Ich werde jedoch das Gefühl nicht los, dass die derzeitigen Zwänge der aktuellen Geld-Unordnung zunehmend gesellschaftliche/nationale Spannungen verursachen, da
      der Wettbewerb um Kapital zunehmend durch illegitime Spielregeln zu Gunsten von Wenigen und zu Lasten von Vielen bestimmt wird.

      Island ist da für mich das treffenste Beispiel ?

      Die Quintessenz von Herrn Buschbeck:

      Wenn man jetzt also Bedingungen schafft, dass:

      a. die Aktiva (vom Kreditnehmer besicherte Kreditforderungen) der Geschäftsbank prinzipiell alle in zentralbankfähiger Qualität sein müssen. (Was zur Vermeidung der Vergesellschaftung von Verlusten eh dringend nötig ist.)

      b. von der Zentralbank dann diese Aktiva aber jederzeit zinslos und bedingungslos zur Zentralbankgeldschöpfung angekauft werden.

      c. eine Kreditsteuer der Zentralbank nur die Kreditvergabe bei Übernachfrage begrenzt.

      werden Geschäftsbanken nie wieder Sparzinsen zahlen müssen und aus Kostengründen auch nicht zahlen.

      Zusätzlich sollte man noch:

      d. Staaten zinslos von der Notenbank direkt finanzieren (zinsloser Ankauf Forderungen gegen Steuerzahler) um den risikolosen Zins aus Staatsanleihen abzuschaffen.

  2. Wenn Sie die drei Kriterien zugrunde legen, anhand derer ich die anderen Lösungsansätze bewertet habe, erkennen Sie, dass zwei der drei Krisenfaktoren
    auch damit nicht ausgeschaltet würden:

    – die Leichtigkeit der Geldherstellung (wird zwar für Geschäftsbanken erschwert,
    aber nicht für die Zentralbanken)

    – der Wachstumsdruck durch Geldhortung und Zinseszins.

    • Ich hatte nicht den Anspruch, mit diesem Hinweis auf Herrn Buschbeck ALLE drei Krisenfaktoren auzuschalten. Ich betrachte die Aufgabenstellung, eine Geld-Ordnung ohne die drei Krisenfaktoren zu erdenken, als ein Kreuzworträtsel, an dessen Lösung (die vielleicht nicht existiert) ich mich wie so manch anderer seit 15 Jahre abarbeite. Ich teile dabei Ihre Meinung, dass die einzelnen Denkschulen zu verschlossen in Ihrer eigenen Suppe rühren und verstärkt in den Dialog mit anderen Denkschulen /Denkern treten sollten. Herrn Buschbeck bewundere ich, da er diesen Dialog immer wieder (vergeblich) sucht.

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