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4 Kommentare

  1. Blödsinn, man gibt nur soviel geld aus, wie man reinbekommt. Sollte man schon als kind gelernt haben. Höhere schulden wäre ein abwälzen auf spätere generationen. Ich verstehe nicht, warum ein schuldenfreier staat den meisten so zuwider ist. Man hätte viel mehr möglichkeiten den bürgern kostenfreie services mit ruhigem gewissen zu ermöglichen.

    • Der Kommentar von Herrn Brandmähl ist typisch für jemanden, der das, was er nicht versteht, als Blödsinn bezeichnet. Ich würde möglicherweise genauso argumentieren, wenn ich es nicht verstünde. Insofern haben Sie also mein volles Verständnis, lieber Herr Brandmähl 😉 Die Zusammenhänge, die ich in meinem Kurzkommentar anspreche, sind aber so, wie sie sind. Und wenn man sie nicht versteht, dann hilft eben nur nachlesen in meinem Buch http://www.diewahrheituebergeld.de. Oder es bleiben lassen und weiterhin nicht verstehen 😉

      An dieser Stelle vielleicht noch ein kleines Beispiel: Wenn Sie, lieber Herr Brandmähl, eine Staatsanleihe besitzen, dann ist das Ihr Geldvermögen, mit dem Sie evtl. für Ihren Ruhestand sparen. Für den Staat ist es aber eine Schuld. Können Sie mir soweit folgen?

      Würde der Staat diese Anleihe nun tilgen, ohne dafür eine neue auszugeben, wäre Ihnen diese Möglichkeit der Geldvermögensbildung genommen. Nun gut, werden Sie sagen, dann schaue ich mich halt nach Alternativen um. Wo ist das Problem?

      Das liegt genau dort! Denn wie Ihnen ginge es dann unzähligen anderen Geldvermögensbesitzern. Wenn Sie alle Ihr Geldvermögen behalten und sogar vermehren wollten, müssten Sie neue, zusätzliche Schuldner finden, die für Sie und all die anderen Interessenten neue Anleihen ausgeben, sprich neue Schulden machen. Ganz abgesehen davon, dass Sie dann Probleme hätten, Schuldner mit vergleichbarer Kreditwürdigkeit zu finden, müssten in dem Fall, dass sich der Staat gänzlich entschulden wollte, die GESAMTEN Schulden des Staates von anderen Schuldnern geschultert werden. Dies ist ein Ding der Unmöglichkeit. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Geldvermögen (und damit die Schulden) permanent zunehmen und nicht abnehmen.

      Und gerade Letzteres führt dazu, dass Staatschulden tendenziell immer weiter wachsen müssen. Bis sie eines Tages auf dem Weg einer Währungsreform wieder gestrichen werden. So und nicht anders funktioniert das System, in dem wir leben.

      Und noch etwas, lieber Herr Brandmähl: Was für den Einzelnen gilt, nämlich nur soviel auszugeben, wie man reinbekommt, und damit möglichst schuldenfrei zu sein, wie Sie es anmerken, gilt in unserem System NICHT für die Gesamtheit. Das System kommt ohne Schulden gar nicht aus. Das mag man zu Recht als widersprüchlich empfinden, es ist aber so. Unser Geldsystem hält für den Normalbürger noch manch andere Überraschung parat 😉 Das geht bis hin zu folgendem Sachverhalt: Gäbe es keine Schulden, gäbe es auch so gut wie kein Geld mehr.

  2. Lieber herr brichta, da sie Staatsanleihen als altersvorsorge ansprechen, weiß ich in etwa wie ihre denke in sachen finanzen funktioniert. Wie sollen Staatsanleihen unter Betrachtung der inflation als altersvorsorge herhalten? Nehmen sie die mit negativzins versehenen bundesanleihen, die mit knapp unter 1 % rentierenden „sicheren“ anleihen aus us, f, gb usw. Oder darf es dochblieber eine Venezuela, uruguay oder südafrika sein? Da würde ich mein geld lieber einem windigen finanzberater in die hand drücken. Da es für sie scheinbar keine vermögensbildende alternativen zu anleihen gibt, kann ich ihnen ja mal eine nennen, welche komplett ohne ihr angesprochenes schuldenprinzip auskommt: aktien! Da sie diese form der geldvermehrung in ihrer belehrung nicht ansprechen, muss ich davon ausgehen, dass es ihnen fremd ist 😉 können sie ja mal googeln, falls nichts darüber in ihrem buch steht. Was die schulden eines staates angeht, sollten diese in einem beherrschbaren rahmen sein. Beispiel gefällig: http://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/anleihen/ein-land-ohne-schulden-norwegen-schwimmt-im-geld/9951194.html warum nimmt man sich daran kein beispiel und bedient seine verbindlichkeiten mit dem geld aus steuerüberschüssen? Möglicherweise sollten sie ein bisschen über den tellerrand ihres buches hinausschauen, kann manchmal helfen. Oder ist diese ganze arie hier nur dazu gedacht, ihr buch publik zu machen und an den/die mann/frau zu bringen (möglicherweise durch einen aufgenommenen konsumentenkredit (ist ja gerade so günstig schulden zu machen)) nun klinke ich mich aber aus diesem Thema aus, dafür haben sie hoffentlich Verständnis, meine lebenszeit ist mir dafür zu wertvoll.

    • Sie scheinen nicht nur nicht zu verstehen, lieber Kai Brandmähl, sondern Sie scheinen bis jetzt auch nicht bereit zu sein, dazuzulernen.

      Ihre Zeilen enthalten einige Irrtümer, Missverständnisse und Halbwahrheiten, so dass ich nur hoffe, bei der folgenden Aufzählung nichts zu vergessen.

      1.
      Sie formulieren einerseits richtig, dass ich Staatsanleihen als Altersvorsorge „anspreche“, versteigen sich danach aber schon in die vage Vermutung, dass Sie deshalb schon wüssten, wie meine Denke in Sachen Finanzen funktioniere. Um es Ihnen klar zu machen: Etwas „ansprechen“, heißt noch lange nicht, dass man das Angesprochene für gut heißt oder gar selbst propagiert. Sie scheinen nicht zu verstehen, dass ich das System, wie es ist, lediglich analysiere und daraus meine Schlüsse ziehe.

      Möglicherweise ist Ihnen eine solche Herangehensweise fremd, weil Sie selbst lieber alles in Schubladen stecken. Aber sie ist nach meiner Erkenntnis die einzig richtige, um den Überblick über das Ganze erlangen zu können.

      Ihr Hinweis darauf, dass Staatsanleihen nicht die allerbeste Idee zur Altersvorsorge sind, ist banal. Ich habe die Staatsanleihe auch nicht als tolle Altersvorsorgemöglichkeit propagiert, sondern nur darauf hingewiesen, dass Staatsanleihen von einem Großteil der Bevölkerung zur Ersparnisbildung tatsächlich genutzt werden – und sei es auch nur unbewusst über die Lebensversicherungen, die viele Leute haben.

      Sie ziehen aus meiner Situationsanalyse also unzulässigerweise den Schluss, dass es für mich keine vermögensbildenden Alternativen zur Staatsanleihe gäbe. Das halte ich für einen groben Fehler.

      2.
      Darüber hinaus scheinen Sie die systemischen Zusammenhänge nicht zu kennen. Denn dass Anleihen als Vermögensbildungsinstrument so beliebt sind, liegt daran, dass diese als GELD-Vermögen für weite Anlegerschichten attraktiver erscheinen als Sachvermögen. Und das schon seit Jahrhunderten.

      Das Bestreben nach Vermögensbildung ist zwar zunächst ein generelles, es bezieht sich nicht nur auf Geld-, sondern auch auf Sachvermögen. Das Geldvermögen spielt dabei jedoch eine besondere Rolle. Denn Geldvermögen ist, sofern es sich um Zahlungsmittel handelt, die man anhäuft, jederzeit liquide. Und sofern es sich um Forderungen handelt, verspricht es sichere Zinserträge, zumindest in normalen Zeiten. Darüber hinaus ist Geldvermögen viel leichter vermehrbar als zum Beispiel Sachvermögen. Das alles sorgt dafür, dass Geldvermögen im Bestreben nach Vermögensbildung und Vermögensmehrung seit jeher eine dominierende Rolle einnimmt.

      Wichtig ist, sich die saubere Definition vor Augen zu halten:

      Geldvermögen = Bestand an Zahlungsmitteln + Bestand an Forderungen auf Zahlungsmittel

      Die von Ihnen genannte Alternative Aktien sind also kein Geldvermögen, sondern Sachvermögen. Für den Einzelnen mögen beide Vermögensarten leicht austauschbar sein, in der Gesamtheit sind sie es aber nicht.

      Jedem Einzelnen rate auch ich in meinem Buch dazu, sich hauptsächlich auf Sach- und weniger auf Geld-Vermögen zu stützen. Genauso rate ich jedem Einzelnen dazu, möglichst schuldenfrei zu sein. Aber der Rat an Einzelne ist etwas vollkommen Anderes als die Analyse des Systems im Ganzen. Diese Analyse haben Sie vermutlich nicht gemacht, und deshalb können Sie nicht nachvollziehen, dass das System als Ganzes die Schulden genauso braucht zum Leben wie die Geldvermögen. Beide sind lediglich zwei Seiten derselben Medaille. Und beide Seiten können in unserem Geld-System nicht nachhaltig dezimiert, geschweige denn eliminiert werden. Im Gegenteil: Beide Seiten müssen stetig wachsen, bis sie eines Tages durch deflatorische Krisen oder Währungsreformen wieder in sich zusammenfallen.

      Die einzelnen Gründe dafür kann ich Ihnen hier leider nicht alle herleiten. Dazu fehlt hier der Platz. Es bleibt also dabei: Entweder Sie lesen das Buch, oder Sie müssen ohne das Wissen sterben. Mir ist es egal, wofür Sie sich entscheiden. Aber wenn Sie sich für Letzteres entscheiden, dann äußern Sie sich bitte nicht länger zu Zusammenhängen, die Sie nicht durchschauen.

      3.
      Das gilt auch explizit für das Thema Staatsschulden. Wenn Sie auf einen Sonderfall wie Norwegen verweisen, sollten Sie auch wissen, was dahinter steckt: Norwegen konnte in den vergangenen Jahrzehnten aufgrund seines Ölreichtums selbstverständlich Überschüsse anhäufen. Aber abgesehen davon, dass selbst der norwegische Staat trotz dieser Überschüsse Anleihen ausgibt, also Schulden macht, widerspricht das Beispiel in keiner Weise meinem Szenario.

      Tatsache ist nämlich, dass in dem Maße, wie sich der Staat aus der generellen Schuldenspirale (siehe oben) ausklinkt, andere Schuldner für ihn in die Bresche springen müssen. Dafür bleiben dann nur noch private Schuldner und das Ausland übrig. Und Letzteres spielt für ein relativ kleines Land wie Norwegen (oder auch die Schweiz) die entscheidende Rolle: Es hat keine Probleme, den ausfallenden Schuldner Staat durch ausländische Schuldner zu ersetzen. Ausländer verschulden sich bereitwillig in Norwegen oder der Schweiz, wozu derzeit auch die dort besonders niedrigen Zinsen beitragen.

      Eine staatliche Schuldenbremse funktioniert also nur, wenn das Ausland die Rolle übernimmt, die ansonsten die steigenden Staatsschulden übernehmen.

      Und Ähnliches gilt zurzeit auch (noch) in Deutschland: In dem Maße, wie die deutsche Staatsverschuldung in den vergangenen Jahren stagnierte, erhöhten sich die Schulden, die das Ausland in Deutschland machte. Die sog. Targetsalden der Deutschen Bundesbank sind ein oft zitiertes Beispiel dafür. Allerdings ist Deutschland mit seiner wirtschaftlichen Größe ein anderes Kaliber als Norwegen und die Schweiz. Das heißt, hier dürfte es auf Dauer nicht möglich sein, den ausfallenden Aufschuldner Staat durch ausländische Schuldner zu kompensieren. Die Schuldenbremse bei uns wird auf Dauer also nicht funktionieren. Und dies gilt für alle anderen größeren Industrieländer – insbesondere für die USA, die ich mit ihrer in den 70er-Jahren beschlossenen Schuldenbremse im Buch ausdrücklich erwähne.

      All das habe ich im Buch also längst analysiert, und den Rat, über den Tellerrand hinauszublicken, muss ich insofern vollumfänglich an Sie zurückgeben: Lernen Sie zunächst, wie Schulden und Forderungen auch international zusammenhängen, bevor Sie mit Halbwissen zu glänzen versuchen.

      4.
      Und was das Buch betrifft: Es ist lediglich ein Angebot an Sie, dazuzulernen. Das Werk dürfte inzwischen in jeder guten Bibliothek kostenlos auszuleihen sein, so dass es sich erübrigt, mir in diesem Zusammenhang ein pekuniäres Interesse zu unterstellen 😉

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