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Gepostet by on Oktober 08, 2017 in Gastbeitrag | 4 Kommentare

Was halten Sie von diesem Vorschlag?

Hallo Herr Brichta,

Sie haben ja in Ihrem Buch sowohl Gesells Schwundgeld-Idee als auch die Vollgeldreformer als nicht ausgereifte/unzureichende Versuche zur Weiterentwicklung/Stabilisierung unserer Geldordnung beschrieben.

Was halten Sie denn vom Vorschlag von Herrn Buscheck:

https://guthabenkrise.wordpress.com/2013/10/12/wie-man-gesells-friedens-idee-ohne-das-unbeliebte-gesell-geld-umsetzt/

Ich glaube in Ihrem Buch herauszulesen, dass Sie eine Weiterentwicklung der Geldordnung als notwendig erachten, selber aber auch noch keinen stringenden Lösungsansatz gefunden haben und Sie daher wie wir alle bei
dem Spiel (wie Herr Müller von Cashkurs) einfach weiter mitspielen.

mit freundlichen Grüßen

Stefan Freichel

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Gepostet by on September 18, 2017 in Gastbeitrag | 1 Kommentar

Galileo der Ökonomie

Hallo Herr Brichta,

ich denke folgender 1/2 h Vortrag von Prof. Steven Keen könnte viele Leser interessieren. Er weist hier sehr schön nach, dass ohne eine Verschuldung des Staates keine Kapital-Akkumulation möglich ist. Ich halte Herrn Keen für den Galileo der Ökonomie. Was halten Sie von seiner Argumentation?

P.S. Der Vortrag ist in Englisch.

Beste Gruesse

Stefan Freichel

https://www.youtube.com/watch?v=0y5rP56OX78&feature=youtu.be&a=

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Gepostet by on Juni 13, 2017 in Gastbeitrag | 17 Kommentare

Die Ursachen des Geldwachstums

Sehr geehrter Herr Brichta,

dem Lob einiger Ihrer Leser über Ihr Buch „Die Wahrheit über Geld“ möchte ich mich anschließen. Das Buch habe ich inzwischen 2 Mal gelesen und es hat mir einige sehr wichtige Erkenntnisse über das existierende Geld- und Wirtschafssystem gebracht. Wirtschaftsnachrichten interpretiere ich inzwischen aus einem neuen Blickwinkel. Mir ist klar geworden, dass die „Mutter aller Finanz- und Vermögensblasen“ unser Geldsystem ist. Ihr Buch ist didaktisch sehr gut aufgebaut, die wesentlichen Zusammenhänge werden auch für Laien verständlich dargestellt und logisch hergeleitet.

Im Grunde kann ich den Kernaussagen Ihres Buches zustimmen. In der Einschätzung bestimmter Sachverhalte, habe ich jedoch teilweise eine abweichende Meinung, die ich Ihnen gerne darstellen möchte.

An vielen Stellen Ihres Buches und auch in mehreren Beiträgen Ihres Blogs nennen Sie 2 Ursachen für den Wachstumszwang des Geldsystems: (1) Das Bestreben nach Vermögensbildung und die damit verbundene Geldhortung (2) Die Geldschöpfung in Form von Krediten, die mit Zinsen belegt werden (Zinseszins). Wenn ich Sie korrekt verstehe, betrachten Sie die Geldhortung als den wesentlichen Faktor für den Wachstumszwang der Geld- und Schuldenmenge. Dieser Gewichtung der Ursachen für das Geldwachstum kann ich nicht zustimmen. Nach meiner Einschätzung ist der Zinseszins der eigentliche Motor, während die Folgen durch das Horten von Geld mittelfristig vernachlässigbar und beherrschbar sind. Das möchte ich begründen.

Nehmen wir an Geld würde nicht gehortet werden und es würde permanent dem Wirtschaftskreislauf zugeführt werden. Das heißt, die Ursache (1) für Geldwachstum würde nicht bestehen. Selbst dann hätte man zwingend ein exponentielles Wachstum der Geldmenge, denn für jede Geldschöpfung durch Kreditvergabe, muss der Kreditnehmer in der Zukunft den Kredit plus Zinsen zurückzahlen. Das heißt, der Kreditnehmer muss eine größere Geldmenge an die Bank zurückbezahlen als durch die Kreditvergabe geschöpft wurde. Damit eine ausreichende Geldmenge zur Tilgung plus Zinszahlung zur Verfügung steht, muss rechtzeitig weiteres Geld geschöpft werden. Dies geschieht wiederum in Form eines verzinsten Kredites. Das erzeugt wiederum den Zwang einer weiteren Geldschöpfung. Der Schneeball rollt….

Nehmen wir jetzt an, der Zins bei der Kreditvergabe wäre 0 (was heute fast Realität ist). Ich stimme zu, dass das Bestreben nach Geldhortung ebenfalls die Schöpfung weiterer Geldmengen nach sich ziehen würde. Jedoch ist dieses Wachstum nicht exponentiell sondern in extremsten Fall linear. Weiterhin könnte der Staat durch Steuern gehortetes Vermögen teilweise umverteilen und es Menschen geben, die es ausgeben und dem Wirtschaftskreislauf wieder zuführen würden. Das bedeutet, der Staat könnte die lineare Wachstumskurve nochmals signifikant abflachen. In solch einem Szenario würden die Menschen für den Vermögensaufbau in alternative Vermögenswerte flüchten, zum Beispiel in Aktien. Dadurch würde das Geld dem Wirtschaftskreislauf vermehrt zur Verfügung stehen und die Geldhortung würde sich weiter verlangsamen. Im Vergleich zum exponentiellen Wachstum, welches durch den Zinseszins verursacht wird, ist das Geldmengenwachstum, welches durch die Geldhortung entsteht, aufgrund der geringen Wachstumsgeschwindigkeit in mittleren Zeiträumen vernachlässigbar.

Für mich ist die „Mutter aller Finanz- und Vermögensblasen“ ausschließlich der Zins, welcher den Schneeball nährt.

Weiterhin möchte ich einen Hinweis zum Kapitel Ihres Buches “Weitermachen oder therapieren?“ geben, in welchem Sie Vorschläge über alternativen Geldsysteme vorstellen. Sie beschreiben die Alternativen „Vollgeld“, „Schwundgeld“ und „Goldgeld“. Das Buch „Die neue Ordnung des Geldes“ von Thomas Meyer beschreibt eine weitere Alternative, welche er als „Aktivgeld“ bezeichnet. Eine bemerkenswerte Aussage von Thomas Meyer ist, dass eine Transformation vom aktuellen Geldsystem in ein Aktiv-Geldsystem ohne Währungsreform und ohne Vernichtung von Geldvermögen in einem evolutionären Prozess möglich wäre.

Wenn ein renommierter Wirtschaftsexperte wie Thomas Meier solch eine Transformation des Geldsystems für möglich hält, dann frage ich mich, warum macht man es nicht einfach? Diese Frage diskutiert Thomas Meier ebenfalls in seinem Buch.

Wir sitzen in einem Schnellzug und rasen mit einer wahnsinnigen Beschleunigung auf einen Abgrund zu. Die Notenbanken und Regierungen versuchen lediglich die Zunahme der Beschleunigung zu verringern und hoffen den Absturz solange zu verzögern, dass es sie selbst nicht mehr trifft. Man könnte auch versuchen den Schnellzug umzulenken…

Mit netten Grüßen
A. Papapostolou

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Gepostet by on Mai 28, 2017 in Gastbeitrag | 1 Kommentar

Gratulation zu diesem Buch

Sehr geehrter Herr Brichta,
hiermit möchte ich Ihnen ein kleines Feedback zu Ihrem Buch „Die Wahrheit über Geld“ geben.

Ich möchte Ihnen und Ihrem Kollegen zuerst einmal zu diesem Buch gratulieren, es ist eine der Finanzlektüren, die einen im täglichen Rätseln über die Zusammenhänge in unserem Geldsystem weiterbringen.

In den ersten Abschnitten zeigen Sie (wenn ich Sie schreibe, meine ich auch Ihren Kollegen) anschaulich und Stück für Stück die jeweiligen notwendigen Buchungsvorgänge auf, damit auch ein nicht fachkundiger Leser nachvollziehen kann, wie das Geld auf die Welt kommt und wie es wieder verschwindet. Ich habe mir die Mühe gemacht und mein verstaubtes Rechnungswesen-Buch nochmals aus dem Keller geholt, welches ich Mitte der 90er Jahre während meiner Banklehre zur Verfügung hatte. Das Nachvollziehen der Buchungssätze bzw. der Bilanzierungen (Sie haben die Buchungsvorgänge gleich direkt in der Bilanz aktiviert bzw. passiviert) war für mich eine wohltuende Auffrischung.

Wenn der Leser es verstanden hat, wie das Geld kommt und wie es wieder geht, dann ist die Basis für die von Ihnen sehr gut vermittelten Hauptprobleme unseres Geldsystems gelegt.

Die drei Hauptprobleme (Leichtigkeit der Geldherstellung, systembedingter Wachstumsdruck des Geldes und damit der Schulden und Vermögen und das mit Ihren Worten beschriebene Bruchteil- Bankengeschäft) kann man anschaulicher und besser nicht mehr beschreiben. In keiner anderen Fachliteratur habe ich es bisher in ähnlich guter Qualität nachvollziehen können.

Jetzt muss ich sagen, dass ich das Bankgeschäft von der Pike auf gelernt habe (Banklehre inkl. berufsbegleitendem Studium zum Dipl. Betriebswirt (FH) mit Fachrichtung Bankwirtschaft) und nach meiner Zeit bei der Bank auch sieben Jahre für einen US-Hedgefonds in der Kreditabwicklung tätig war. Und genau vor diesem Hintergrund habe ich auch immer die Probleme gesehen, die Sie in Ihrem Buch „nur“ als Symptome werten.

Man neigt einfach dazu, nicht das Geldsystem als solches zu betrachten, sondern die Probleme – sagen wir mal – betriebswirtschaftlich anzugehen. Nach dem Motto, wenn man nur solide genug wirtschaftet, dann gibt es keine bzw. weniger Probleme mit unserem Finanzsystem.

Latent war mir zwar immer klar, dass in unserer Welt ein extremes Ungleichgewicht der Schulden und Vermögen besteht (was die Schulden der großen Masse sind, ist das Vermögen der wenigen Reichen), dass aber genau hierin einer der Grundübel für das Geldsystem steckt, ist mir erst wirklich durch Ihr Buch bewusst geworden. Das „stillgelegte“ Geld sowie der Zins- und Zinseszins, machen es notwendig, auf Teufel komm raus neue Schuldner zu erfinden. Und wenn sich keine Passenden mehr finden lassen, dann muss (und die Betonung liegt auf muss) das System sich eben mit schlechten Schuldnern arrangieren, will es nicht zusammenbrechen.

Über diesen Schatten der Gedanken muss man als ehemaliger Kreditsanierer einer Kreditabteilung der Bank erst einmal springen. Das ist mir aber gelungen und dafür möchte ich Ihnen danken.

Auch finde ich es ganz toll, dass Sie sich gezielt nicht auf Zitate oder Thesen von „Autoritäten“ beziehen, sondern Ihre Gedanken und Erklärungen vollständig selber erarbeitet haben. Das ist ein weiterer nennenswerter Unterschied zu den restlichen Fachbüchern. Da merkt man, dass es Ihnen um die Sache geht und Sie mit Herzblut dabei sind.

Wann es tatsächlich zu einem unvermeidbaren Zusammenbruch des Geldsystems kommt, kann niemand vorhersagen. Über die Tatsache, ob es am Ende zu einem großen Finale kommt oder der große Showdown aus diversen Gründen ausbleibt, gehen die Meinungen auseinander. Hier gibt es

viele Ansätze, die alle zutreffen können oder auch nicht. Auch das haben Sie zutreffend beschrieben und nicht den Eindruck vermittelt, es gebe eine einfache Lösung für dieses ultra-komplexe Geldsystem.

Letztlich ist es auf jeden Fall wert, sich über dieses Thema in Zukunft viele und noch mehr Gedanken zu machen, um vielleicht doch irgendwann in der Zukunft positive Korrekturen vornehmen zu können. Ich jedenfalls habe mir vor ein paar Tagen aufgrund Ihres Buches weitere Literatur bestellt (Prof. BinswangerVollgeldreform, Thomas Mayer und Roman HuberVollgeld), um mich mit den möglichen Alternativen auseinanderzusetzen (auch wenn ich spontan schon viele Nachteile eines Vollgeldsystems im Kopf habe, möchte ich es genau wissen). Und mit Alternativen meine ich nicht nur das Vollgeld oder der fast schon inflationär erwähnte Goldstandard.

Auf weiterhin spannende Auseinandersetzungen!

Grüße

Rainer Kraushaar

p. s.: Ich hätte für Sie zwei kleine Korrekturvorschläge, die Sie ggf. bei einer Neuauflage beachten können.

Seite 45 bis 49 („Wozu Banken Einlagen brauchen“) habe ich einen kleinen Verbesserungsvorschlag für Sie.

Sie stellen die Gründe, warum Banken die Spareinlagen von Nichtbanken einwerben wie folgt dar:

– um an Zentralbankgeld zu kommen

– um die Fristenabstimmung in der Bilanz vorzunehmen

Bei der Begründung, warum die Geschäftsbank Zentralbankgeld benötigt, haben Sie unter dem Stichwort „um den Zahlungsverkehr etc. zu sichern“ indirekt das Liquiditätsrisiko angesprochen. Damit haben Sie das allgemeine Liquiditätsrisiko als Risikofaktor genannt.

Allerdings erklären Sie die Fristenabstimmung erneut und ausschließlich unter dem Gesichtspunkt des Liquiditätsrisikos. Da liegen Sie m. E. nicht richtig bzw. bedarf es einer Ergänzung. Das Risiko der Fristentransformation liegt im Bereich des Zinsänderungsrisikos.

Zusammenfassend sind die Gründe für das Beschaffen von Zentralbankgeld:

o Das Liquiditätsrisiko zu minimieren (die Refinanzierung sicherzustellen)

o Das Zinsänderungsrisiko zu minimieren (Fristentransformation)
Die unterschiedlichen Zinssätze aus den unterschiedlichen Fristen sprechen Sie auf Seite 47 zwar an,

aber ausschließlich positiv, als Chance der Banken.

Wenn die kurzfristigen Zinsen steigen und die Aktiva aber durch langfristige Darlehensverträge fixiert ist, dann kann es passieren, dass die Margen negativ werden (die Bank zahlt höhere Zinsen als sie bekommt). Und zwar auch dann, wenn die Bank ohne Probleme die Refinanzierung sicherstellen kann, also gar kein Liquiditätsproblem hat. Beim Liquiditätsrisiko durch ausbleibende Refinanzierungsmöglichkeiten z. B. via Kundeneinlagen (=Zentralbankgeld) könnte die Zentralbank notfalls die Refinanzierung übernehmen. Bei strukturellen Bilanzproblemen kann die Zentralbank nicht mehr direkt eingreifen.

Ihre Folgerung des Liquiditätsrisikos aufgrund unterschiedlicher Fristen wäre richtig, wenn die Sicherung des Zentralbankgeldes noch nicht unter dem ersten Gesichtspunkt abgehandelt worden wäre, wie es eine Geschäftsbank i. d. R. generell macht. In diesem Falle würden der Fristentransformation beide Risikofaktoren zufallen, nämlich die Liquiditätssicherung als auch das Zinsänderungsrisiko (zum Beispiel bei einer Pfandbriefbank, die keinen Zahlungsverkehr anbietet).

Seite 56

Ihre Aussage: „… Dein Hauskredit wird zum Beispiel von Deiner Bank mit anderen Krediten zusammen in ein Wertpapier verpackt. Danach geht Deine Bank zur Zentralbank oder einer anderen Bank und hinterlegt dieses Wertpapier als Sicherheit für Deinen Kredit, den sie dort aufnimmt …“.

Rechtlich und wirtschaftlich findet nur ein Gläubigerwechsel statt. Die geldschöpfende Bank gibt zum einen die für sie bestellen Sicherheiten auf bzw. durch Abtretung weiter (z. B. Grundpfandrechte auf die Immobilien etc.) und erhält im Gegenzug von der aufkaufenden Bank (oder wer auch immer die Forderung kauft) die nominelle Kreditforderung (aus dem mit dem Kunden abgeschlossenen Darlehensvertrag) zzgl. einem Einmalbetrag des Käufers (= Gewinn der verkaufenden Bank).

Damit ist die ursprünglich finanzierende Bank die Forderung gegen den Kunden sowie das Kreditrisiko los. Die Bilanz ist bereinigt.

Ich bin der Meinung, dass durch Kreditverkäufe kein zusätzliches Geld geschöpft wird.

Auch bei Ihrem Beispiel der Staatsanleihe würde sich eine genauere Betrachtung lohnen. Ich würde sagen, dass Sie durch die Abtretung der Staatsanleihe nur weitere Geldschöpfung dahingehend bejahen könne, als dass Sie Buchgeld gegen Zentralbankgeld eintauschen und damit Ihre Mindestreservemöglichkeit erhöhen.

Gerne bin ich zu einer Diskussion hierüber bereit.

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