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Bitcoin wird niemals eine Währung sein

19. September 2017 von in Allgemein | 1 Kommentar

Die Frage, ob die Bitcoin als Währung taugt oder nicht, wird derzeit heiß diskutiert. Deshalb löse ich diese Diskussion aus dem reinen Depotvorschlag für eine Bitcoin-Handelsplattform auf der Webseite für unser Musterdepot heraus und beginne sie hier neu.

Anknüpfungspunkt ist ein Kommentar von Leif Scheppelmann, der eine wahren Wert in der Bitcoin darin entdeckt, dass die ihr zugrundeliegende Blockchain-Technik eine Art Grundbuch fürs Geld darstellt.

Folgendes sehe ich dabei als problematisch an:

Ins Grundbuch kann jeder Einsicht nehmen, der zum Grundbuchamt geht. Schaut man rein, versteht man auch das, was im Grundbuch steht. Ins Bitcoin-Grundbuch kann man aber nur Einsicht nehmen und dessen Inhalte verstehen, wenn man das nötige IT-Fachwissen hat. Dies ist bei schätzungsweise 90 Prozent der Bevölkerung nicht der Fall. Für die Mehrheit der Menschen bleibt es also eine Black Box.

Und nun streue ich etwas monetäres Wissen in die Diskussion ein: Eine Funktion als Bargeldersatz, wie sie sich viele erhoffen, könnte die Bitcoin nur dann erfüllen, wenn Sie von den Menschen auch bereitwillig als Zahlungsmittel genutzt würde. Dagegen spricht nicht nur oben genanntes Hindernis (nämlich die Frage des Vertrauens in die Black Box), sondern dagegen spricht noch ein ganz anderer Sachverhalt:

Ein Zahlungsmittel, das nachhaltig Verwendung finden soll, muss eine einigermaßen stabile Wertentwicklung aufweisen. Mit anderen Worten: Das, was heute eine Bitcoin kostet, muss auch morgen noch eine Bitcoin kosten. Dies ist – rein historisch nachweisbar – bei der Bitcoin nicht der Fall, und zwar seit es sie gibt. Ihre erratischen Wertschwankungen machen ein vernünftiges Wirtschaften auf ihrer Basis als Zahlungsmittel nicht möglich.

Und das ist nicht alles: Da eine Währung gleichzeitig auch als zur Wertaufbewahrung genutzt wird, würden im Lauf der Zeit immer mehr Bitcoins dem Geldkreislauf entzogen und auf Geldkonten gebunkert. Dieser Faktor ist bei der Bitcoin umso entscheidender, als ihr Wert im Zeitablauf immer mehr zunimmt, auch wenn er kurzfristig stark schwankt. Es ist also umso interessanter, Bitcoins nicht auszugeben, sondern sie einfach zu horten.

Da Bitcoins aber nicht beliebig vermehrbar sind (was wiederum ein Grund für die Wertsteigerung ist), würde dem Geldkreislauf damit im Lauf der Zeit immer mehr Geld entzogen. Geld würde regelrecht zur Mangelware, so dass die Wirtschaft zusammenbrechen würde. Geld ist aber der Schmierstoff für den Wirtschaftsmotor, fehlt es an diesem, gibt der Motor seinen Geist auf.

Im Fachjargong bedeutet das nichts anderes, als dass die Bitcoin als Währung eine außerordentlich starke deflatorische Wirkung hätte. Diese ist in ihrer Konstruktion angelegt und lässt sich nicht beseitigen. Damit wird sie niemals das Zeug dazu haben, zu einer richtigen Währung zu werden.

Dazu kommt noch ein weiterer Aspekt: Die Bitcoin soll eine Weltwährung sein, die überall gilt. Schon das Experiment mit dem Euro hat aber jedem monetären Laien gezeigt, das eine einheitliche Währung, die über eine zu große Zahl an unterschiedlichen Ländern gestülpt wird, von innen heraus gesprengt wird. Für die einen ist diese Währung zu stark, für die anderen ist sie zu schwach, und nur für die Länder in der Mitte ist sie in etwa passend.

Fazit: Die Bitcoin wird niemals ein ernst zu nehmendes Zahlungsmittel sein. Sie wird vielmehr ein Anlage- und Spekulationsobjekt bleiben.

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